Kurtatscher Zeitenwende

“Wir wollen die Kellerei Kurtatsch in eine neue Ära führen”

Freitag, 12. Juni 2015 | 19:07 Uhr

Kurtatsch – „Innovation beginnt im Weinberg – endet jedoch nicht dort“ – diesem Leitsatz hat sich die junge Führung der Kellerei Kurtatsch verschrieben. Mit frischen Ideen und einer klaren Strategie in der Hand („Projekt 2020“) wollen sie eine der ältesten und kleinsten Kellereien Südtirols neu positionieren. Die Partnerschaft mit Stahlbau Pichler im Rahmen der Expo 2015 in Mailand ist dabei nur ein Baustein von mehreren.

Im Jahre 1900 gegründet, kann die Kellerei Kurtatsch auf eine sehr lange Historie zurückblicken. Gestern wie heute werden dort Rot- und Weißweine produziert, die die Sprache des Terroirs sprechen, das sie hervorbringt – getreu dem Motto: „Lage für Lage, Wein für Wein“. Die Kellereispitze um Obmann Andreas Kofler läutet nun den  nächsten Schritt in der Entwicklung der Kellerei Kurtatsch ein, den man getrost als Zeitenwende bezeichnen kann: „Wir wollen uns völlig neu aufstellen, um das Potenzial der Kellerei Kurtatsch zur Gänze ausschöpfen zu können“, so Kofler. Zu den Neuerungen zählt unter anderem ein neues Qualitätsmanagement samt Monitoring-System im Weinberg sowie verringerte Hektarerträge bei gleichzeitig schonender und nachhaltiger Bewirtschaftung und Verarbeitung: „Aufgrund der geringen Größe, gelingt es uns, sehr eng mit den Weinbauern zusammenzuarbeiten und ihnen als beratende Partner zur Seite zu stehen. Das Ergebnis dieser Symbiose sind wesentlich höherwertige Weine.“

Der Devise „weniger ist mehr“ folgen Kofler und sein Team auch in der Angebotsgestaltung: „Wir haben uns entschlossen, die Zahl der Produktlinien von drei auf zwei zu reduzieren. Es sind dies unsere Spitzenlinie Terroir mit insgesamt fünf neuen Weinen aus Einzellagenausbau und die Linie Selection. Diese neue Klarheit soll zum einen zeigen, dass wir verstärkt auf Qualität setzen und hilft uns zum anderen im Verkauf außerhalb Südtirols.“ Letzterer wurde nun völlig neu strukturiert: „Der italienische Markt wird neu aufgebaut. Auch die immer wichtiger werdenden Märkte im Ausland sollen beträchtlich ausgebaut werden. Derzeit setzen wir rund 42 Prozent außerhalb Südtirols ab“, erläutert der neue Export-Manager Harald Cronst. Durch die Neupositionierung würden sich ganz neue Möglichkeiten ergeben – vor allem was die gehobene Gastronomie in Italien und im Ausland betreffe. „Diese Chancen wollen wir künftig verstärkt nutzen.“

Eine äußerst publikumswirksame Bühne für die Weine der Kellerei Kurtatsch bietet derzeit die EXPO in Mailand. „Sechs Monate lang sind wir am Weißrussland-Stand, geführt von Stahlbau Pichler, vertreten und erhalten dadurch eine hohe Sichtbarkeit“, so Cronst. Der Auftritt sei zugleich Teil der neuen Kurtatscher Kommunikations- und Marketingstrategie, die derzeit Schritt für Schritt umgesetzt werde. Dazu zählen unter anderem ein neues Packaging, neue Messeauftritte und eine neue Homepage.
„Die Fülle von Initiativen, die mit dem Titel „Projekt 2020“ zusammengefasst werden und Neuerungen in allen Bereichen mit sich bringen, sollen das Bild der Kellerei Kurtatsch insgesamt neu ausprägen – nach innen und nach außen“, so Obmann Kofler. „Ziel ist es, in einigen Jahren zu den Top-Kellereien in Südtirol zu gehören.“
 
KELLEREI KURTATSCH: Zahlen und Fakten
Gründungsjahr: 1900
Mitglieder der Genossenschaft:  180
Anbaufläche:  170 Hektar zwischen 250 und 900 M.ü.d.M. (85% in Kurtatsch)
Erziehungssystem: Guyot und Pergola
Böden:   schottrig bis sandige, kalkhaltige Böden (Weißweine), schottrige Böden mit Kalk- u Lehmanteilen (Cabernet und Chardonnay), lehmhaltige Böden (Merlot, Lagrein, Grauvernatsch und Gewürztraminer)
Rebsorten:  Weißburgunder, Chardonnay, Pinot Grigio, Müller Thurgau, Sauvignon, Gewürztraminer, Goldmuskateller, Bronner, Vernatsch, Grauvernatsch, Lagrein, Blauburgunder, Merlot, Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon
Jahresproduktion:  1,1 Millionen Flaschen
Absatzmärkte: 58 Prozent Südtirol; 22 Prozent Italien, 20 Prozent Ausland

Von: ©mk

Bezirk: Überetsch/Unterland