Das Wachstum fiel kräftiger aus als 2015 und 2016

Wirtschaft beschleunigte 2017 Wachstum auf 2,6 Prozent

Dienstag, 25. September 2018 | 15:08 Uhr

Österreichs Wirtschaftsleistung hat 2017 erneut deutlich an Fahrt gewonnen, auch wenn die ursprünglichen Schätzungen nicht erreicht wurden. Das reale BIP-Wachstum beschleunigte sich von 2,0 Prozent in 2016 auf 2,6 Prozent – erwartet wurden von Experten aber 3,0 Prozent. Grund für den niedrigeren Wert war laut Statistik Austria ein geringer ausgefallenes Wachstum bei der Herstellung von Waren.

Im internationalen Vergleich schlug sich Österreich diesmal bravourös: Die heimische Wirtschaft wuchs nicht nur kräftiger als die der EU und der Eurozone, die Raten von jeweils 2,4 Prozent aufweisen, sondern auch erstmals seit fünf Jahren auch stärker als jene von Deutschland, die 2017 um 2,2 Prozent wuchs. Das gefiel auch Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck: “Diese positive Entwicklung muss ein langfristiger Trend werden, wir wollen vom wirtschaftlichen Mittelfeld in die Spitzengruppe”, so die Ministerin in einer Aussendung.

Dennoch fiel das Wachstum mit 2,6 Prozent kräftiger aus als 2016 und 2015, mit Wachstumsraten von damals 2,0 und 1,1 Prozent. Zu laufenden Preisen – also nominell – stieg das österreichische Bruttoinlandsprodukt 2017 um 3,8 Prozent auf 369,9 Mrd. Euro. Das entspricht einem Wert von 42.060 Euro pro Einwohner.

Von der anziehenden Konjunktur profitierte im Vorjahr generell der produzierende Bereich deutlich stärker als der Dienstleistungsbereich. Im Bereich der Produktion betrug das reale Wachstum 4,7 Prozent, bei den Dienstleistungen nur 1,8 Prozent. Die Herstellung von Waren blieb mit kräftigen 4,8 Prozent aber unter den ursprünglichen Annahmen.

Das kräftigste reale Wachstum erzielte der Energiebereich mit 10,3 Prozent. Auch die Bauwirtschaft konnte mit 3,1 Prozent deutlich zulegen. Im Dienstleistungssektor zeigten die unternehmensnahen Dienstleistungen mit 3,5 Prozent sowie die Finanz- und Versicherungsdienstleistungen mit 3,4 Prozent die stärksten Wachstumsraten, während die Wertschöpfung im Handel nur um 1,1 Prozent zulegte.

Die Bruttoanlage-Investitionen wuchsen um 3,9 Prozent. Am stärksten war mit 11,5 Prozent die Nachfrage nach Fahrzeugen. Investitionen in Güter der Informations- und Kommunikationstechnologie erhöhten sich um 4,9 Prozent, in Wohnbauten wurde um 4,0 Prozent mehr investiert und damit mehr als in Nichtwohnbauten, die um 3,2 Prozent anzogen.

Vom Konsum gingen 2017 das zweite Jahr in Folge wieder stärkere Impulse aus, die Konsumausgaben insgesamt stiegen um 1,4 (2016: 1,5) Prozent, privater und öffentliche Konsum stiegen jeweils um 1,5 Prozent. Die Exporte legten mit 4,7 Prozent deutlich stärker zu als in den Jahren davor.

Profitiert haben von der erfreulichen Entwicklung auch die Arbeitnehmer. Ihre nominellen Entgelte stiegen um 3,4 Prozent, das Selbstständigeneinkommen um 4,9 Prozent. Das gesamte real verfügbare Nettoeinkommen stieg um 2,0 Prozent auf knapp 300 Mrd. Euro. Die Anzahl der Beschäftigungsverhältnisse erhöhte sich um 1,7 Prozent auf rund 4,7 Millionen. Die Summe der geleisteten Arbeitsstunden stieg um 1,6 Prozent.

Von: apa

Kommentare

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5 Kommentare auf "Wirtschaft beschleunigte 2017 Wachstum auf 2,6 Prozent"


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Urlauberpaar
Urlauberpaar
Neuling
20 Tage 14 h

Ich freue mich für Österreich und wünsche mir für Italien ebenso eine positive Bilanz nach einer restrukturierungs Phase unter der neuen Regierung.

gapra
gapra
Universalgelehrter
20 Tage 7 h

@Urlauberpaar Sind Sie schon eins geworden, da Sie immer im Singular sprechen oder aber hat bei Ihnen immer nur einer das Wort? Oder sie sind in einer “restrukturierungs Phase” ( man beachte das excellente (Migranten)deutsch) und wissen noch nicht ob Sie wirklich als Paar auftreten wollen?

m69
m69
Universalgelehrter
20 Tage 7 h

@gapra 

LOL einfach nur lustig!

bern
bern
Superredner
20 Tage 18 h

Bravo Österreich. Südtirol hängt leider noch ein Riesenklotz am Bein. Wenn der in die Freiheit entlassen wird, werden wir in A auch wieder stärker.

Mistermah
Mistermah
Universalgelehrter
20 Tage 17 h

Nicht schlecht für eine Regierung die keinen Plan bzw Programm hat. Scheinbar ist dies viel effektiver wie die Regierungen die mit Programm und Plan nur so strotzten.

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