74 Prozent erwarten zufriedenstellende Ertragslage

Wirtschaftsbarometer: Stimmung im Gastgewerbe unverändert

Mittwoch, 16. September 2015 | 10:29 Uhr

Bozen – Das Geschäftsklima im Südtiroler Gastgewerbe bleibt verhalten. Das Wirtschaftsbarometer des WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen zeigt, dass knapp drei Viertel der Unternehmen mit der Ertragslage zufrieden sind. Die Stimmung ist somit im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Die steigenden Nächtigungszahlen und die positive Entwicklung der Beschäftigung lassen aber auf eine Besserung hoffen.

Heuer erwarten 74 Prozent der Unternehmen im Gastgewerbe eine zufriedenstellende Ertragslage. Das Geschäftsklima bleibt somit auf dem Niveau der Vorjahre 2013 und 2014, trotz besserer klimatischer Bedingungen und steigender Nächtigungszahlen.

In den ersten sechs Monaten gab es heuer über 12,5 Millionen Nächtigungen, das bedeutet eine Zunahme von 2,9 Prozent gegenüber demselben Zeitraum 2014. Viele Betriebe konnten auch die Preise etwas erhöhen. Die Inflationsstatistik zeigt eine Preissteigerung im Gastgewerbe von 2,2 Prozent in den letzten zwölf Monaten. Jedoch erwarten die Wirtschaftstreibenden kein Wachstum der Umsätze. Das liegt an der geringeren Konsumneigung der Kund/innen im Vergleich zu der Zeit vor der Wirtschaftskrise. Zudem bewerten die Unternehmer/innen die Kostensituation und den Konkurrenzdruck weiterhin negativ. Das Nächtigungswachstum hatte aber einen positiven Effekt auf die Beschäftigung: Die Anzahl der unselbstständig Beschäftigten im Südtiroler Gastgewerbe war heuer durchschnittlich um 3,7 Prozent höher als 2014.

Unter den verschiedenen Branchen des Gastgewerbes gibt es keine wesentlichen Unterschiede, was das Geschäftsklima betrifft. Der Anteil der mit der Ertragslage zufriedenen Unternehmen beträgt 74 Prozent in der Beherbergung, 73 Prozent bei den Bars und Cafés und 72 Prozent in der Gastronomie.

Handelskammerpräsident Michl Ebner unterstreicht die Notwendigkeit von Unterstützungsmaßnahmen für den Tourismus, auch auf nationaler Ebene: „Die Schulferien in Italien sollten sich am Modell, das schon seit Jahren in Deutschland verwendet wird, orientieren. Mit einer kürzeren Sommerpause könnte man eine zusätzliche Ferienwoche im Winter einführen, denn dies wäre für den Tourismus der alpinen Regionen sehr förderlich.“
 
Weitere Auskünfte erteilt das WIFO, Ansprechpartner Georg Lun, Tel 0471 945 708, E-Mail: georg.lun@handelskammer.bz.it und Luciano Partacini, Tel. 0471 945 700, E-Mail: luciano.partacini@handelskammer.bz.it.
 
Die Stellungnahme des Vertreters des Wirtschaftsverbandes

Manfred Pinzger, Präsident des Hoteliers- und Gastwirteverbandes (HGV): „Laut Wirtschaftsbarometer der Handelskammer erwarten die Gastgewerbetreibenden kein Wachstum bei den Erträgen. Die Gründe liegen in der weiterhin hohen steuerlichen Belastung, in den hohen Lohnnebenkosten und im vorsichtigen Ausgabeverhalten vieler Gäste. Eine deutliche Reduzierung der Steuerlast ist daher notwendig, um der Wirtschaft insgesamt einen positiven Schub zu verleihen.“

Von: ©mk

Bezirk: Bozen