Verbände sollen mit einbezogen werden

Wirtschaftsnetz: Fünf Vorschläge für die Zukunft Bozens

Donnerstag, 07. Juli 2016 | 13:31 Uhr

Bozen – Bei der Ausarbeitung des Strategiedokuments zur wirtschaftlichen Entwicklung will die Gemeindeverwaltung Bozen in Zukunft die Wirtschaftsverbände stärker miteinbeziehen. Den Kern dieser Arbeit bilden die Ausarbeitung des Stadtmarketingprogramms und die Überarbeitung des Bauleitplans der Gemeinde. Dies haben der Bürgermeister Renzo Caramaschi und der Vizebürgermeister Christoph Baur den Vertretern von Rete Economia-Wirtschaftsnetz (CNA-SHV, Confesercenti, Confcooperative und Legacoopbund) im Rahmen des gestrigen Treffens (6. Juli 2016) mitgeteilt.

Am Treffen haben Claudio Corrarati (CNA-SHV), Federico Tibaldo und Paolo Pavan (Präsident und Direktor von Confesercenti), Claude Rotelli, Andrea Grata und Letizia Lazzaro (Präsident, Generalsekretär und Direktorin von Confcooperative), Heini Grandi und Stefano Ruele (Präsident und Direktor von Legacoopbund) teilgenommen.

Der Präsident von CNA-SHV und Koordinator von Rete Economia-Wirtschaftsnetz (RE-WN) Corrarati hat das Dokument “Fünf Schwerpunkte für die Verwaltung der Landeshauptstadt” vorgestellt. Im Dokument werden die wichtigsten wirtschaftlichen Ziele aufgelistet. Dieses wurde dem Bürgermeister und Vizebürgermeister übergeben.

Der erste Punkt des Dokuments unterstreicht die Wichtigkeit der Wirtschaft für die Stadt, auch im sozialen und kulturellen Bereich. Im zweiten Punkt verlangen die Wirtschaftsverbände eine Neuregelung der Urbanistik und Mobilität mit möglichst klaren und ausgeglichenen Regeln, damit Rekurse soweit möglich vermieden werden können. Das dritte Thema befasst sich mit dem Bedürfnis die Beziehung zwischen den Bürgern und der Wirtschaft wiederaufzubauen. Rete Economia-Wirtschaftsnetz möchte die Unternehmen als Partner des Sozialsystems der Stadt aufwerten. Die Neuordnung der öffentlichen Verwaltung und die Anwendung des neuen Landesgesetzes zu den öffentlichen Ausschreibungen, das den lokalen Unternehmen den Vorrang einräumen soll, wurde als vierter Punkt behandelt. Anschließend äußerten die Wirtschaftsverbände den Wunsch eines regelmäßigen Austausches zwischen der Gemeindeverwaltung und den Vertretern der lokalen Wirtschaft.
Die Präsidenten der anderen drei Verbände haben die Zielsetzungen von RE-WN hervorgehoben. Federico Tibaldo (Confesercenti) hat die Notwendigkeit von Veranstaltungen in den Stadtvierteln unterstrichen; dies sei auch für die Wiederbelebung der Wirtschaft wichtig. Heini Grandi (Legacoopbund) hat die Rolle der Genossenschaften vor allem im kulturellen und sozialen Bereich hervorgehoben. Claude Rotelli (Confcooperative) betonte, dass die Politik den Menschen in den Mittelpunkt stellen soll. Der Bürgermeister Renzo Caramaschi hat auf die Fragen der Anwesenden geantwortet und erklärt wie eine stärkere Partizipation der Bevölkerung erreicht werden kann.  Die Gemeinde möchte nämlich enger mit den Bürgern in Kontakt treten.

Bis Ende August wird die Gemeinde das Strategiedokument zur wirtschaftlichen Entwicklung ausarbeiten und dabei Ziele, Zeiten und Verantwortliche angeben. Die Wirtschaftsverbände werden dann aufgerufen sein, ihre Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge vorzubringen. Eine der wichtigsten Aufgaben der Gemeindeverwaltung ist die Aufwertung der Stadtviertel und so auch der Unternehmen und Geschäfte, die hier tätig sind. Die Vereine wurden bereits aufgerufen Veranstaltungen in peripheren Gebieten zu organisieren, damit die gesamte Stadt aufgewertet wird, das Zugehörigkeitsgefühl der Bürger gestärkt, mehr Sicherheit gewährleistet und Wirtschaftswachstum eingeleitet wird. Die Stadtverwaltung will die Arbeitsweise erneuern und die Partizipation fördern. Ein erster Schritt in diese Richtung ist die Einbindung der Wirtschaftsvertreter und Bürger bei der Ausarbeitung des strategischen Entwicklungsplans.

Dabei wird das Programm des Stadtmarketings eine wichtige Rolle spielen, es sollen nämlich Touristen und Investoren angelockt werden, so der Vizebürgermeister Baur. Die Verwaltung will außerdem wieder die Regie der urbanen Entwicklung in die Hand nehmen, indem der Bauleitplan komplett überarbeitet wird. Dabei sind der Bürgermeister, der Vizebürgermeister und die Vertreter von RE-WN überzeugt, dass partizipative Mittel die Stadtgemeinschaft stärken können: „Wir müssen stolz auf diese Stadt sein“.

Für Rete-Economia-Wirtschaftsnetz war es ein positives Treffen: „Der Bürgermeister Caramaschi und der Vizebürgermeister Bauer teilen unsere Meinung; die Stadtverwaltung muss das Tempo steigern und ein offenes Gehör für die Anliegen der Bürger haben. Eine starke Wirtschaft trägt zu mehr Sicherheit und Wohlstand bei – unterstreicht Claudio Corrarati – Die Politik muss die Regie der Stadt wieder in die Hand nehmen und hier spielen auch die Unternehmen, die von den Familien und Bürgern geführt werden, eine wichtige Rolle“.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen