Azevedo fürchtet um Wachstum und Jobs

WTO-Chef: Handelsstreit kann globales Wachstum abwürgen

Samstag, 21. April 2018 | 11:51 Uhr

Der Chef der Welthandelsorganisation (WTO) Roberto Azevedo hat davor gewarnt, dass der von US-Präsident Donald Trump befeuerte Handelsstreit bei einer Eskalation das weltwirtschaftliche Wachstum abwürgen könnte. Die Spannungen im Handel seien eine der größten Bedrohungen für den globalen Aufschwung, sagte Azevedo in seinem am Freitag veröffentlichten Redetext für den IWF-Lenkungsausschuss IMFC.

Es bestehe die Gefahr, dass sich dieser Konflikt zu einem Schlagabtausch über Handelsbeschränkungen zwischen einzelnen Staaten auswachse, der Unsicherheiten für den globalen Handel und das weltweite Wachstum schaffen würde.

Wenn etwa der Handel zwischen zwei größten Akteuren der Weltwirtschaft zusammenbrechen würde, würde sich das rasch auf andere Länder auswirken und Wachstum sowie viele Jobs kosten, sagte Azevedo. Am Ende wären es die ärmsten Länder, die am meisten leiden würden. Gegen solche Gefahren helfe nur eine weltweite Kooperation. In diesem Prozess sieht sich die WTO in einer Schlüsselrolle. Ohne die Institution, die sich selbst als Wächterin des freien Welthandels begreift, wäre es womöglich schon im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 zu einer Protektionismus-Welle gekommen. Azevedo hält ein starkes, regelbasiertes, multilaterales Welt-Handelssystem für unabdingbar, um für Stabilität und Berechenbarkeit im Handel zu sorgen.

Von: APA/ag.