Fujifilm fängt Xerox auf

Xerox schlüpft bei Fujifilm unter: 10.000 Stellen fallen weg

Mittwoch, 31. Januar 2018 | 15:19 Uhr

Der schwächelnde Druckerkonzern Xerox findet beim Kamerahersteller Fujifilm Unterschlupf. In einer Transaktion von mehr als sechs Milliarden Dollar (knapp fünf Mrd. Euro) übernimmt der japanische Konzern seinen langjährigen US-Partner. Im Zuge der Fusion sollen 10.000 Stellen wegfallen. Neben deutlichen Einsparungen versprechen sich die Unternehmen durch die Fusion eine größere Geschäftsbasis.

Der Trend zum papierlosen Büro setzt insbesondere Xerox mächtig zu. Aktionäre mit dem umtriebigen Finanzinvestor Carl Icahn an der Spitze übten daher zuletzt verstärkten Druck auf das Management aus. Mit Erfolg: Sie sollen nun eine milliardenschwere außerordentliche Ausschüttung erhalten.

Die beiden Konzerne betreiben bereits seit mehr als einem halben Jahrhundert die Gemeinschaftsfirma Fuji Xerox, die auf Kopierer spezialisiert ist. Auch in diesem Geschäft dümpeln die Umsätze vor sich hin. Fuji Xerox steht im Zentrum der Übernahmevereinbarung. Das Joint Venture soll mit dem Anteilseigner Xerox verschmolzen werden, der bisher 25 Prozent daran hielt.

Dazu kauft Fuji Xerox mit Hilfe von Bankdarlehen für rund 6,1 Mrd. Dollar das 75-prozentige Aktienpaket von Fujifim zurück. Fujifilm wiederum soll mit den Geldern 50,1 Prozent der Xerox-Anteile erwerben. Der Deal soll bis Juli oder August über die Bühne gehen.

“Die neue Struktur wird den Stärken unserer drei Unternehmen zum Durchbruch verhelfen”, sagte Fujifilm-Chef Shigetaka Komori. Sein Amtskollege Jeff Jacobson von Xerox ergänzte, der fusionierte Konzern werde mehr Vorteile im Bereich neuer Technologien haben und höhere Umsätze erwirtschaften. Zusammenlegungen sollen bis 2020 Kostenseinsparungen von mindestens 1,7 Milliarden Dollar bringen.

Die Tochter Fuji Xerox soll in der Region Asien/Pazifik 10.000 Arbeitsplätze abbauen, das ist ein Fünftel ihrer Gesamtbelegschaft. Rosig sieht es dagegen für die Xerox-Eigner um Großaktionär Icahn aus: Ihnen ist eine Sonderdividende von 2,5 Milliarden Dollar in bar zugedacht.

Von: APA/ag.