"Die Weidewirtschaft soll eine Zukunft haben"

Zukunftswissen Tradition

Dienstag, 03. Mai 2022 | 09:08 Uhr

Bozen/Lana/Tisens – Die AG Weidekultur im Südtiroler Bildungszentrum unterstreicht die Bedeutung vielfältiger Kompetenzen für die Zukunft der Weidewirtschaft in Südtirol.

„Kultur entsteht durch Weitergabe von Wissen“, sagt der Präsident des Südtiroler Bildungszentrums, Bernd Karner, „und rund um die uralte Kultur der Weidewirtschaft ist viel Wissen verloren gegangen. Es gilt, dem nachzuspüren, vielfältigen Austausch zu ermöglichen, den geführten Weidegang wiederzubeleben und den heutigen ökologischen Anforderungen anzupassen. Weidende Schafe sind noch keine Garantie dafür, dass wir die Kulturlandschaft der Almweiden erhalten. Es braucht die Hirtinnen und Hirten. Gerade sie sind in dieser Hinsicht beeindruckend. Die Hirtinnen und Hirten, die sich in der Arbeitsgruppe Weidekultur engagieren – und in unseren Initiativen lernen wir immer mehr von ihnen kennen – geben ihr Wissen weiter, tauschen Erfahrungen aus anderen Regionen aus und sind bereit, auf schwierige Herausforderungen zu reagieren.“

Auch deswegen habe das Südtiroler Bildungszentrum vor zwei Jahren die AG Weidekultur gegründet, kurz bevor die Pandemie das gewohnte Arbeiten stark veränderte. Aufgeben gilt nicht! Wer mit Zoom umgehen konnte, zeigte es den anderen, und Hirtinnen und Hirten, Ziegenzüchter und Schafhalterinnen lernten schnell. Die AG Weidekultur ist auf 35 Mitglieder angewachsen und hat einiges weitergebracht. Im September 2021 bot die AG Weidekultur zusammen mit der Gemeinde Taufers im Münster den ersten Kurs zum Aufstellen von Weidezäunen in Südtirol an. Die Hirten und Schafzüchter Erich Höchenberger aus Taufers und Thomas Schranz aus dem Tiroler Oberland boten praxisnahe Hilfe und Tipps für schwieriges Gelände. Online-Seminare und zwei Exkursionen zu Almen brachten die Gruppe auf einen guten Kenntnisstand, berichtet der Geschäftsführer des Südtiroler Bildungszentrums, Klaus Tumler. Die Mitglieder kommen aus unterschiedlichen Arbeits- und Erfahrungsbereichen. Die zentrale Bildungsaufgabe der AG bestehe unter anderem im Begreifen und Bearbeiten ökologischer Themen in Zeiten des Klimawandels, einem zeitgemäßen Umbau der Landwirtschaft und dem Herstellen von hochwertigen Lebensmitteln aus der Region für die Region. „Damit die Weidewirtschaft eine Zukunft hat, braucht es das traditionelle Wissen, es braucht Ausdauer, das Festhalten an Prinzipien, aber auch das Reagierenkönnen auf neue Entwicklungen“, erklärte Bernd Karner am 29. April anlässlich des Frühjahrstreffens der AG Weidekultur am Grieblhof der Familie Bertagnolli.

Von: bba

Bezirk: Bozen

Kommentare

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1 Kommentar auf "Zukunftswissen Tradition"


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Mikeman
Mikeman
Kinig
23 Tage 10 h

dide Kompetenzen erkennt man bereits an diesen ……… Weidezaun, ist denen eigentlich klar welchen …….. sie von sich geben ??

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