Touristische Nutzung derzeit im Vorteil

Zweitwohnungen: Makler für günstigere Besteuerung bei langfristigen Mietverträgen

Mittwoch, 21. September 2022 | 10:07 Uhr

Bozen – In letzter Zeit wurde viel über die leerstehenden Immobilien und über die Gemeinden mit Wohnungsnot berichtet. Die Südtiroler Landesregierung hat mit Beschluss die Gemeinden mit Wohnungsnot festgelegt (LG 3/2022) und gleichzeitig die Gemeindeimmobiliensteuer (GIS) für Zweitwohnungen neu geregelt. Ziel ist es, Leerstände in Gemeinden mit Wohnungsnot besser zu regeln und Zweitwohnungen höher zu besteuern, damit diese dem Mietmarkt zugeführt werden. Der Südtiroler Maklervereinigung im hds zufolge wäre der Vorsatz gut, doch es gibt ein Aber.

Derzeit würden durch die aktuelle GIS-Regelung Eigentümer von langfristig vermieteten Wohnungen um ein Vielfaches höher besteuert als Eigentümer von Wohnungen, welche dieselben touristisch vermieten (Privatzimmervermietung, z.B. AirB&B), erklärt die Maklervereinigung.

Zweitwohnungen können vom Eigentümer für Eigenzwecke (Bedarf der eigenen Familie) herangezogen werden oder auch, wie folgt vermietet bzw. genutzt werden mit den nachfolgenden durchschnittlichen GIS-Sätzen: Bei kurzfristiger, touristischer Vermietung (Privatzimmervermietung, z.B. AirB&B) muss die GIS in Höhe von 0,2 bis 0,3 Prozent gezahlt werden, bei langfristiger Vermietung sind es 0,76 bis 3,5 Prozent.

Bei einer Ferienwohnung (Eigengebrauch ohne Wohnsitz eines der Familienmitglieder) beträgt die GIS 1,56 bis 3,5 Prozent.

„Beim Vergleich der verschiedenen GIS-Sätze fällt auf, dass touristisch kurzfristig vermietete Wohnungen deutlich geringere GIS-Sätze bezahlen. Und so bezahlen Eigentümer von langfristig vermieteten Wohnungen sehr oft das Doppelte bis 17,5-Fache an GIS im Vergleich zu einem Eigentümer einer touristisch vermieteten Wohnung“, so die Maklervereinigung.

Der reduzierte Steuersatz, die sofortige Verfügbarkeit und die höhere Rendite von touristisch vermieteten Zweitwohnungen hätten in den letzten Jahren die Anzahl von Wohnungen, die für langfristige Wohnzwecke genutzt werden, effektiv verringert. Auf Grund der günstigeren Besteuerung und der höheren Rendite sei vor allem in touristisch stark frequentierten Gemeinden und Städten von Eigentümern ihre Wohnung nur noch touristisch vermietet worden. „Diese Mietwohnungen fehlen jetzt am Wohnungsmarkt und dieser Mangel ist bereits seit mehreren Jahren spürbar“, erklärt die Maklervereinigung.

Den Maklern zufolge wäre es wichtig und sinnvoll, dass jene Eigentümer, die ihre Wohnungen, mit langfristigen Mietverträgen (3+2 oder 4+4) denjenigen zur Verfügung stellen, die in der Provinz ansässig sind oder eine Erwerbstätigkeit ausüben, geringer besteuert werden als jene, die ihre Wohnungen rein touristisch vermieten – auch deshalb, da mit der ordentlichen (drei plus zwei und vier plus vier Jahre) Vermietung, Lebensraum für Personen und Familien geschaffen wird, die in Südtirol leben.

„Der Staat hat dies bereits mit der Einführung der Ersatzsteuer (cedolare secca) und der reduzierten Berechnungsgrundlage der IRPEF für langfristig vermietete Wohnungen laut Gebietsabkommen in Gemeinden mit Wohnungsnot mit Erfolg vorgemacht. In den vergangenen Jahren ist es in Südtirol schwierig geworden, Mietwohnungen zu finden, und dies ist sicherlich eine Belastung für die Wirtschaft, da es für Arbeitsgeber und auch Arbeitnehmer wichtig ist, dass solche Wohnungen zur Genüge am Markt sind“, so die Maklervereinigung.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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3 Kommentare auf "Zweitwohnungen: Makler für günstigere Besteuerung bei langfristigen Mietverträgen"


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Hausdetektiv
Hausdetektiv
Superredner
12 Tage 45 Min

Es ist sowieso besser eine Wohnung über booking.com oder Airbnb zu vermieten. Hier hat man keinen Ärger mit Mietnomaden usw.
Wer normal vermietet hat da auch eine Mitschuld an mietnomaden.

Zugspitze947
11 Tage 5 h

Hausdetekiv: bist aber ein  miserabler  Detektiv,denn wieso soll ein Vermieter Mitschuld am   Mietnomadentum haben ? Man merkt DAS oft erst wenn der Müll am Balkon-Terrasse oder im Hof herumliegt…. 😡👌😝

der echte Aaron
der echte Aaron
Universalgelehrter
11 Tage 15 h

Wäre eigentlich ganz normal und logisch, was die Makler fordern. Wieso es umgekehrt ist, widerspricht jeder Vernunft. SVP Logik !?!

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