Von: Matthias Knapp
Bozen – Im Rahmen des Weltalzheimertages 2026 lud vor Kurzem der Verein Alzheimer Südtirol zu einem Vortrag und einer Begegnung mit der “Mutter” des so genannten “Sente-Mente-Modells”, Letizia Espanoli, in die Gärtnerei Schullian in Bozen.
Das Konzept “Sente-mente”, das 2014 von der über die Landesgrenzen hinaus bekannte Expertin Letizia Espanoli entwickelt wurde, leistet einen Beitrag landesweit und liefert auch konkrete Antworten im Hinblick auf die Bedürfnisse in den Seniorenresidenzen, hilft Familien und Fachleuten, die andere Seite der Demenz und insbesondere den Alltag der Person mit Demenz zu verstehen.
Die ausgebildete Krankenpflegerin Espanoli erläuterte im Beisein von Landtagspräsident Angelo Gennaccaro und rund 200 interessierten Zuhörern ihren Zugang zu Demenzkranken und erteilte vor allem nützliche Ratschläge für Angehörige, die über einen längeren Zeitraum in der häuslichen Pflege involviert sind. In diesem Zusammenhang betont ASAA-Präsident Ulrich Seitz, wie wichtig es sei, das zu fördern, was noch gut im kranken Menschen funktioniert. Der Zugang, das Positive in der Krankheit hervorzuheben, und es zu erlernen, wie man das am Besten erkennt, stellt eine unverzichtbare Hilfe für die Familien dar. Durch spezifische Beratungsangebote sollen Familien, Pflegekräfte, auch ausländische sowie Betroffene lernen, die komplexen Verhaltensweisen von Demenzkranken und anderen in diesem Kontext stehenden Pathologien besser zu verstehen und den Alltag so zu gestalten, dass die Erkrankten nicht auf ihre Krankheit reduziert werden, sondern auf die Handlungsmöglichkeiten trotz der Erkrankung zu verweisen und die Lebensqualität aller Angehörigen zu festigen. Interessierte können sich über den Verein ASAA dafür mittels Grüner Nummer 800660561 anmelden.
Seitz erinnert, dass er sich mit dem wissenschaftlichen Leiter im Verein, Markus Falk, auch aufgrund der letzthin in den Medien veröffentlichten Daten für Südtirol, die von verschiedenen Experten des Gesundheitsdienstes hierzulande, präsentiert wurden, auf eine Gegenüberstellung der Datenlage in den drei Nachbarregionen Tirol, Trentino und Südtirol gedrängt hat.
Daraus resultiert laut ASAA Folgendes: Für Tirol wird derzeit von einer Prävalenz von etwa 13.750 Demenzerkrankten ausgegangen. Tirol hat im Vergleich zu Südtirol zwar deutlich mehr Einwohner, die Bevölkerung bei unseren Nachbarn ist jedoch jünger. Nimmt man die Eurostat-Sterberaten für Demenz einschließlich Alzheimer der letzten zehn Jahre her und rechnet anhand dieser die Prävalenz Tirols auf Südtirol um, so ergibt sich für Südtirol eine Zahl von 13.590 prävalenten Fällen. Für das Trentino ergeben sich nach derselben Methode 10.800 prävalente Demenzerkrankte. Dieser Wert stimmt gut mit dem vom Trentino publizierten Wert von etwa 10.500 Demenzerkrankten sowie zusätzlich 8.800 Personen mit kognitiven Einschränkungen überein.
Eine Tatsache, die immer evidenter wird, ist, dass sich viele Menschen auch in Südtirol Pflege nicht mehr leisten können. Lange Wartezeiten und die Verfahren bei der Pflegeeinstufung haben in den letzten Jahren große Belastungen für die Menschen mit sich gebracht. Rund 10.800 Menschen pflegen derzeit Südtirol weit durchschnittlich weit länger als sieben Jahre einen Angehörigen daheim.
Daraus resultiert das Bestreben des Vereins:
- Menschen bei der Durchführung von für sie bedeutungsvollen Betätigungen in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit/Erholung in ihrer Umwelt zu stärken.
- Des Weiteren sollen spezifische Aktivitäten, Umweltanpassung und Beratung eingesetzt werden, um die Handlungsfähigkeit im Alltag, die gesellschaftliche Teilhabe und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.




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