Vajont – Eine packende Begegnung hat ein Bergsteiger auf dem Klettersteig der Erinnerung beim Staudamm von Vajont oberhalb von Longarone erlebt. Während er sich auf den Eisenstufen nach oben hievt, zischt ihn plötzlich eine Hornotter an. Doch dabei bleibt es nicht. Die Kamera, die das Geschehen filmt, wird selbst zur Zielscheibe: Die Schlange beißt zweimal zu und hinterlässt auf dem Gerät deutliche Spuren ihres Gifts. Wie Costantino Boscolo in seinem Video erklärt, ist die Schlange unverletzt geblieben. Er habe das Tier nicht reizen wollen, sondern nur vertreiben. „Menschen sind gefährlicher als Vipern“, meint er im Video. Auch die genaue Stelle, wo sich das tierische Erlebnis zugetragen hat, will er nicht verraten – zum Schutz der Schlange, wie er meint. Dennoch hatte er Glück: Die Europäische Hornotter, die bis zu etwa einem Meter lang werden kann und mit Zickzack- oder Rautenband auf dem Rücken ausgestattet ist, hat unter den Vipern in Europa eines der stärksten Gifte. Es besteht zum einen aus gewebezerstörenden Substanzen, die zu Nekrosen führen, zum anderen aus Nervengiften, die Lähmungen hervorrufen können. https://www. facebook. com/watch/? v=2041759616526294 Im Gegensatz zu Kreuzottern und Aspisvipern werden auch Todesfälle gemeldet - vor allem bei Kindern oder geschwächten Personen. Die Giftzähne sind bis zu einem Zentimeter lang. Der Biss ist zwar nicht schmerzhaft, doch aus der Wunde tritt in der Regel Blut aus. Namensgebend ist das auffällige, rundum mit kleinen Schuppen bedeckte Horn an der Schnauze. Über den Augen befinden sich, wie bei den meisten Vipern-Arten, kräftig ausgebildete Leisten, die ihr einen von Menschen als „drohend“ empfundenen Blick verleihen. Die Pupillen sind senkrecht schlitzförmig. In Video hört man deutlich das Zischen der Schlange. Erst als sie nach einigen Minuten merkt, dass die Drohgebärde keine Wirkung zeigt, schnappt sie zu – gleich zweimal. Die tragbare Kamera befand sich auf einem verlängerten Arm, sodass sich der Alpinist sicher außer Reichweite befand. Giftspuren sind auf der Kamera deutlich zu erkennen. Dennoch gelten Hornottern als sehr scheue Tiere, die bei Begegnungen mit Menschen eher die Flucht ergreifen, als sich zur Wehr zu setzen. Die Art ist im Belluno besonders vertreten, man trifft sie aber auch in Südtirol an.