Oscar-Preisträgerin Helen Mirren hat angesichts der Folgen des Pflanzenbakteriums Xylella fastidiosa mehr Unterstützung für die betroffenen Menschen in der süditalienischen Adria-Region Apulien gefordert. Die vergangenen zehn Jahre seien für die Bewohner der Gegend sehr schwer gewesen, sagte die britische Schauspielerin bei einer Preisverleihung in Castro in der süditalienischen Provinz Lecce laut Medienangaben vom Dienstag. Das Bakterium habe nicht nur Millionen von Olivenbäumen zerstört, sondern auch die Wirtschaft und das Landschaftsbild der Region schwer geschädigt. Die Menschen in Apulien begegneten der Krise mit Mut, benötigten jedoch landwirtschaftliche, wissenschaftliche und finanzielle Hilfe. Zugleich kritisierte Mirren die Politik, die ihrer Ansicht nach zu wenig zur Unterstützung der Landwirte unternommen habe. "Die Politiker haben die Menschen enttäuscht", sagte sie. Auszeichnung für Engagement um Schutz des Erbes Apuliens Mirren erhielt in Castro den Preis "Castrum Minervae - Il Custode del Mito". Mit der Auszeichnung würdigt die Gemeinde ihr Engagement für den Schutz des kulturellen und landschaftlichen Erbes Apuliens sowie ihren Einsatz für Nachhaltigkeit. Zugleich soll der Preis auf die Bedeutung wissenschaftlicher Forschung und der Wiederherstellung der von Xylella betroffenen Olivenlandschaft aufmerksam machen. Die Schauspielerin verbringt seit 18 Jahren mit ihrem Ehemann, dem Regisseur Taylor Hackford, mehrere Monate im Jahr auf einem restaurierten Bauernhof in Tiggiano in Apulien. Sie sprach sich erneut für ein stärkeres Engagement der Europäischen Union bei der Regeneration der betroffenen Gebiete aus. Zugleich lobte sie die Gastfreundschaft der Menschen in der Region. "Ich bin im Laufe meines Lebens viel gereist, aber die Gastfreundschaft und Großzügigkeit der Menschen hier sind wirklich einzigartig", sagte Mirren. Nach Angaben der Region Apulien mussten in den vergangenen Jahren rund 21 Millionen Olivenbäume gefällt werden. Der wirtschaftliche Schaden wird auf etwa zwei Milliarden Euro geschätzt. Rund 8. 000 Quadratkilometer und damit etwa 40 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche Apuliens sind inzwischen von Xylella betroffen. Mirren unterstützt zudem die Initiative "Save the Olives", die sich für den Erhalt des apulischen Olivenkulturerbes einsetzt.