Meran – Ein alter Hochzeitsbrauch hat am Samstag in der Karl Wolf-Straße in Meran für Unmut unter Nachbarn gesorgt. Anrainer einer Wohnung wurden um 6. 00 Uhr in der Früh von lauter Blasmusik unsanft aus den Federn gerissen. Ein Mann verständigte sogar die Ortspolizei. Wie die Zeitung Alto Adige berichtet, steckte das Phänomen des „Brautweckens“ dahinter. Ähnlich wie beim „Brautstehlen“ handelt es sich um eine alte Tradition, die im Zusammenhang mit Hochzeiten steht. Konkret wird die zukünftige Braut am Tag der Trauung von Verwandten, Freunden und Bekannten mit Musik und Krawall geweckt, um die bevorstehende Hochzeit festlich anzukündigen. Oft wird dabei auch auf das Paar angestoßen. Die Tradition geht bereits auf vorchristliche Zeit zurück und hat sich zum Teil bis heute erhalten: Mit dem Lärm sollten unter anderem böse Geister vertrieben und eine glückliche Zukunft garantiert werden. Das Problem ist nur: Während sich niemand auf dem Land über ein morgendliches Ständchen aufregt, das bei seltenen Gelegenheiten stattfindet, schaut das in der Stadt oft anders aus. Dort kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Personen, die das Nachtleben genießen wollen, und solchen, die abends Ruhe und ihr Recht auf Erholung einfordern. In Meran darf laute Musik am Abend nur bis 23. 00 Uhr gespielt werden. Jugendliche, die zu laut sind, müssen mit Verwarnungen wegen Ruhestörung rechnen. Beide Interessen unter einen Hut zu bringen, ist oft schwierig.