Brixen - Es war die Stimme von Martina Bortolotti von Haderburg – leuchtend, intensiv und von großer Eleganz – die den Abend des Samstags, 1. August, im Innenhof des Badhaus in der Adlerbrückengasse in Brixen unvergesslich machte. Das Konzert „Musik im Garten für einen Freund“, organisiert von Pro Cultura Brixen bei freiem Eintritt, verzeichnete einen Erfolg, der weit über alle Erwartungen hinausging: ein bis auf den letzten Platz gefüllter Hof, ein aufmerksames und mitgehendes Publikum, lang anhaltender Applaus und eine herzliche Standing Ovation zum Abschluss für die Bozner Sopranistin und für den Pianisten Stefano Ambrosi, ihren raffinierten musikalischen Partner. Im Zentrum des Abends stand eine musikalische Reise, die als intimer und geselliger Moment gedacht war und die Martina Bortolotti in eine emotionale Erzählung zu verwandeln wusste. Von den Arien Mozarts – von denen sie die ganze Anmut und dramatische Tiefe wiedergab – über die barocken Anklänge Vivaldis bis hin zum strahlenden Lächeln der Operette und der Wärme des europäischen Volksliedes wurde jedes Stück mit einer stilistischen Sorgfalt und einer künstlerischen Sensibilität interpretiert, die das Markenzeichen ihrer Kunst sind. Als Sopranistin mit internationaler Ausbildung, die ihr Diplom mit Höchstnote am Verdi-Konservatorium in Mailand in Operngesang und Kammermusik-Gesang erworben hat, hat Bortolotti von Haderburg ihren Werdegang zwischen der Akademie der Scala, der Hochschule für Musik in München bei Helmut Deutsch für das deutsche Lied und Studien zur slawischen und hebräischen Musik vervollkommnet. Als Künstlerin war sie vom Smithsonian Museum in Washington bis zur Scala in Mailand, vom Royal Opera House in Muscat bis zu den Pomeriggi Musicali in Mailand zu Gast, arbeitet mit Dirigenten wie Muti, Antonini und Renzetti und Regisseuren wie Zeffirelli und Michieletto zusammen und kann Weltersteinspielungen für Naxos sowie international renommierte Rollen wie die der Edith Cavell am Teatru Rjal in Malta vorweisen. Eine wandelbare Stimme, die mit Natürlichkeit vom lyrischen Virtuosentum zur kammermusikalischen Hingabe übergeht und die am Samstagabend in Ambrosi einen idealen Gesprächspartner fand – in einem stets maßvollen, einvernehmlichen und nuancenreichen pianistischen Dialog. Der Abend war, wie der Titel besagt, einem Freund gewidmet: Angelo Menolli. Das Konzert wurde nämlich anlässlich 30 Jahre Isarco News und 50 Jahre journalistische Tätigkeit Menollis im Dienste der Gemeinschaft des Eisacktales veranstaltet. Besonders berührend war der Moment, als am Ende des ersten Programmteils der Präsident von Pro Cultura, Giacomo Fornari, und der Bürgermeister von Brixen, Andreas Jungmann, im Beisein von Vizebürgermeister Ferdinando Stablum und Stadtrat Thomas Schraffl, Menolli die Verdienstauszeichnung von Pro Cultura überreichten – als Würdigung für sein halbes Jahrhundert bürgerschaftlichen, kulturellen und informativen Engagements. Menolli, sichtlich bewegt, dankte dem Publikum und den Veranstaltern und betonte, wie Musik und Information dieselbe Mission teilen: "Gemeinschaft zu schaffen". Und die Gemeinschaft war am Samstagabend im Badhaus vollzählig versammelt. Umhüllt von Martinas Stimme.