Bozen - Tanken belastet immer mehr die Brieftasche. Wie aus jüngsten Daten der zuständigen Beobachtungsstelle im Ministerium für Unternehmen und Made in Italy hervorgeht, sind die Treibstoffpreise im Schnitt bei Selbstbedienung am höchsten in Südtirol. Dies gilt sowohl für Benzin als auch für Diesel. Während das Benzin in Südtirol zum Teil Spitzenpreise von 2,049 Euro erreicht, bezahlt man im Trentino nur 2,018 und im Veneto 1,998 Euro. Konkret bezahlt ein Südtiroler an der Zapfsäule für 50 Liter Benzin 1,55 Euro mehr als jemand im Trentino und 2,55 Euro mehr als im Veneto. Noch eklatanter ist der Unterschied beim Diesel: Während Südtirol mit einem Durchschnittspreis von 2,175 Euro pro Liter an der Spitze liegt, folgt Friaul-Julisch Venetien mit 2,151 Euro an zweiter Stelle, während man im Trentino Diesel 2,137 und im Veneto 2,115 Euro pro Liter bezahlt. 50 Liter für einmal Volltanken kosten in Südtirol demnach 108,75 Euro. Zum Vergleich: Im nationalen Durchschnitt lag Benzin am Samstag bei 2,008 Euro pro Liter, während man für Diesel im Schnitt 2,128 Euro bezahlte. Deutlich wird das Phänomen auch, wenn man sich die Preise einzelner Tankstellen anschaut. Bei der Esso-Tankstelle im Pfarrhofweg in Bozen ist der Benzinpreis von 1,999 Euro pro Liter am 23. Juli auf 2,019 Euro am 30. Juli gestiegen – bis zum aktuellen Zeitpunkt: Derzeit bezahlt man 2,049 Euro. Wie Walter Soppera, der Präsident der Tankstellenbetreiber in Südtirol, der Zeitung Alto Adige erklärt, wird der Preis weniger von den einzelnen Pächtern, sondern in erster Linie von den Ölkonzernen bestimmt. Die Pächter hätten nur geringe Möglichkeiten, den Preis zu beeinflussen. „Der eigene Spielraum liegt höchstens bei ein paar Cent“, betont Soppera. Die Wut der Autofahrer bekommen die Tankstellenpächter dennoch ab. „Die Kunden sind genervt über diese ständigen Preissprünge“, so Soppera. Der Jagd nach dem günstigsten Literpreis seien kaum Grenzen gesetzt. Mittlerweile greifen Autofahrer sogar auf KI-Tools zurück. „Sogar auf ChatGPT wird heute gesucht, wo man am günstigsten tankt“, berichtet Soppera. Doch ein Umweg lohnt sich oft nicht. Wer beispielsweise von Bozen nach Leifers fährt, um an der St.-Jakobs-Straße für 1,999 Euro zu tanken, verfährt die Ersparnis meist schon auf dem Weg dorthin. Offen bleibt die Frage, wie es mit der staatlichen Steuersenkung auf Diesel weitergeht. Die aktuelle Senkung der Verbrauchssteuer um 17 Cent läuft am 25. August aus. Zwar wird in der Branche über eine mögliche Verlängerung spekuliert, bestätigte Informationen gibt es jedoch noch nicht. Mitten im Sommer-Rückreiseverkehr bleibt den Südtiroler Autofahrern somit vorerst nur der saure Apfel, der am Ende des Monats möglicherweise deutliche Auswirkungen auf die Haushaltskasse hat.