Alpbach - Mit einem klaren Bekenntnis zu starken Regionen als Säule eines starken Europa sind am 30. August die Euregio-Days mit dem Tiroltag in Alpbach zu Ende gegangen. Erstmals waren die vier von der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino organisierten Tage der Begegnung zwischen Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Jugend ins zeitlich und inhaltlich ins Zentrum des European Forum Alpbach (EFA) gerückt. Regionen sind Partner, kein Gegenpol Beim heutigen Landesüblichen Empfang und Euregio-Summit bildete das Motto "Starke Regionen. Starkes Europa. gemeinsam!" die Klammer. Als Vorbild bezeichnete Keynote-Speakerin Kata Tüttő, Präsidentin des Europäischen Ausschusses der Regionen (AdR) die Euregio Tirol-Südtirol-Trentino: "Hier wird Europa nicht nur diskutiert, hier wird Europa gemacht! Europa braucht solche starken Regionen – nicht als Gegenpol zu den Mitgliedsstaaten oder EU-Institutionen, sondern als handlungsfähige Partner." Angesichts beobachtbarer Renationalisierungstendenzen und mit Blick auf die laufenden Verhandlungen zur EU-Kohäsionspolitik 2028 forderte Tüttő: "Auch nach 2028 müssen Regionen in der Lage sein, ihre eigenen Zukunftschancen zu stärken." Für EU-Kommissar Magnus Brunner bleibt Europa mit starken Regionen handlungsfähiger und geeinter: "Zusammenarbeit, Unternehmergeist und der Mut, gemeinsam nach vorne zu schauen – genau das macht Europa stark." Die nächsten Monate seien entscheidend für Europas Zukunft: beim Mehrjährigen Finanzrahmen, bei der Frage der Erweiterung und bei der Stärkung seiner Sicherheit. Für den Euregio-Präsidenten, Tirols Landeshauptmann Anton Mattle "entsteht ein starkes Europa nicht nur in Brüssel, sondern besonders dort, wo Menschen auch im Kleinen und gemeinsam über Grenzen hinweg Lösungen schaffen. Unsere Euregio zeigt jeden Tag, wie aus regionaler Stärke europäische Handlungsfähigkeit wird. Daher müssen wir mehr Regionen wagen!" Als "Motoren der Innovation und wirtschaftlichen Stärke Europas" bezeichnete Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher die Regionen: "Wir müssen auch künftig direkt mit der EU-Kommission verhandeln und ihre Programme eigenverantwortlich umsetzen können. Für die grenzübergreifende Zusammenarbeit wünschen wir uns weniger Hürden und mehr Spielräume." Der Trentiner Landeshauptmann Maurizio Fugatti sagte, seit Jahren habe er bei jeder Teilnahme am European Forum Alpbach etwas gelernt: "Aus unserer gemeinsamen Geschichte, Kultur und Tradition lässt sich immer lernen. Auch wenn wir heute zu unterschiedlichen Staaten gehören, wollen und dürfen wir das nicht vergessen. Die Euregio ist ein Modell und Ideal des Zusammenlebens und der Freundschaft zwischen den Völkern - nicht nur für uns selbst, sondern für ganz Europa. Wir wissen, dass wir im Namen dieses Ideals weiterarbeiten müssen."