Bozen - Südtirol soll künftig jedes Jahr einen eigenen Landesfeiertag bekommen – allerdings ohne zusätzlichen arbeitsfreien Werktag. Dafür sprechen sich die Freiheitlichen aus. Der geplante „Südtirol-Tag“ soll jeweils am Wochenende nach dem 5. September stattfinden und die gemeinsame Heimat der deutschen, italienischen und ladinischen Sprachgruppe in den Mittelpunkt stellen. Als historischer Bezugspunkt dient der 5. September 1946. An diesem Tag wurde der Pariser Vertrag unterzeichnet, der die internationale Grundlage für die Südtirol-Autonomie bildet. Nach Ansicht der Freiheitlichen ist die Bedeutung dieses historischen Meilensteins in der Bevölkerung, insbesondere bei jüngeren Menschen, zu wenig bekannt. „Autonomie darf nicht als Selbstverständlichkeit betrachtet werden. Sie muss erklärt, mit Leben erfüllt und von jeder Generation neu verstanden werden“, erklärt Landesparteiobmann Roland Stauder. Feiern in allen Gemeinden Der Südtirol-Tag soll nach den Vorstellungen der Freiheitlichen kein rein institutioneller Gedenktag werden. Vielmehr sollen Gemeinden, Vereine und Bürger eigene Veranstaltungen organisieren können. Jede Gemeinde soll dabei ihre Geschichte und Besonderheiten einbringen. Das Land könnte die Feierlichkeiten mit einer mehrsprachigen Informationsbroschüre begleiten, die Wissenswertes über die Geschichte Südtirols, die Autonomie und die drei Sprachgruppen vermittelt. Vorbereitungen für 2027 Nach Angaben der Freiheitlichen hat sich die Landesregierung auf Vorschlag der freiheitlichen Landesrätin Ulli Mair grundsätzlich darauf verständigt, einen solchen Gedenk- und Festtag vorzubereiten. Eine Arbeitsgruppe soll gemeinsam mit Vertretern der politischen Mehrheit, der Landesverwaltung, der Gemeinden und der Sprachgruppen ein Konzept erarbeiten. Anschließend soll auch der Südtiroler Landtag eingebunden werden. Eine erste landesweite Durchführung ist für 2027 vorgesehen. Die Freiheitlichen betonen, dass der Südtirol-Tag keiner Partei oder Sprachgruppe gehören solle. Er sei auch nicht als Konkurrenz zu kirchlichen oder staatlichen Feiertagen gedacht. Weder ein zusätzlicher arbeitsfreier Tag noch der Ersatz eines bestehenden Feiertages seien vorgesehen. Ziel sei vielmehr, die gemeinsame Geschichte und die kulturelle Vielfalt des Landes sichtbar zu machen und das Zusammengehörigkeitsgefühl der drei Sprachgruppen zu stärken.