Von: Redaktion Südtirol News
Bozen – Wie lässt sich die medizinische Betreuung menschlicher, verantwortungsvoller und beziehungsorientierter gestalten? Dieser Frage widmet sich der Studientag „Humanization of Care“, der am Freitag, den 9. Oktober 2026, von 8.15 bis 20.00 Uhr, im Auditorium des Museion in Bozen stattfindet.
Die Veranstaltung schafft einen Raum für den interdisziplinären Austausch, bei dem die Wissenschaftsgemeinschaft, öffentliche Institutionen und die Welt des Ehrenamts gemeinsam an einer personenzentrierten Vision der Fürsorge arbeiten.
Ein zentrales Thema der Fachtagung ist das nationale Rahmengesetz zur Humanisierung der Fürsorge. Die Initiative zeichnet die Entstehungsgeschichte und die politischen Projekte nach, die zu dessen Verabschiedung beigetragen haben. Im Fokus steht dabei die Frage, wie sich das Gesetz im Betreuungsalltag umsetzen lässt, um die Würde der Patientinnen und Patienten stärker zu respektieren.
Das wissenschaftliche Programm unter der Leitung von Dr. Luca Calabrese, Primar der HNO-Abteilung am Krankenhaus Bozen, beleuchtet verschiedene Ansätze. Vorgestellt werden auch Beispiele wie das Pädiatrieprojekt in Zusammenarbeit mit der Universität Verona, das durch die Medical Humanities das Familiensystem und das Behandlungsteam unterstützt.
Darüber hinaus werden der Ansatz in der narrativen Medizin und die „soziale Verschreibung“ als Ergänzung zur medizinischen Behandlung thematisiert. Weitere Schwerpunkte sind die Entwicklung neuer Formen des Zuhörens in der Notaufnahme in Zusammenarbeit mit der Università Cattolica sowie das Projekt „Donatori di Musica“ in den onkologischen Abteilungen.
Die transdisziplinäre Perspektive des Studientages wird durch kulturelle Impulse ergänzt. Dazu zählen die Fotoausstellung „Die Fäden der Fürsorge“ des Fotografen Bruno Barillari, ein Show-Cooking mit Spitzenkoch Herbert Hintner sowie ein besonderer Beitrag des Künstlers Alessandro Bergonzoni, der das Thema Fürsorge mit sprachlicher Virtuosität reflektiert.
Den inhaltlichen Abschluss bildet ein Runder Tisch: Hier diskutieren Fachleute aus Politik, Medizin, Ausbildung und dem Dritten Sektor über die künftige Entwicklung des Gesundheitswesens. Ziel ist es, ein vernetztes System aufzubauen, das den ganzen Menschen im Blick hat.
Die Tagung macht auch den unverzichtbaren Beitrag des Ehrenamts in Südtirol deutlich. Das „Fest der Verbände“ bringt sozial engagierte Freiwilligenorganisationen zusammen, um ein lokales Netzwerk für eine umfassende Betreuung zu fördern.




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