Brixen – Im Rahmen eines spannungsgeladenen Einsatzes haben die Carabinieri von Brixen einen Betrug zulasten einer 83-jährigen Bürgerin verhindert und die mutmaßlichen Täter auf frischer Tat geschnappt. Zu verdanken ist dies in erster Linie der Geistesgegenwart der Seniorin selbst. Ein 31-jähriger Mann und seine 44-jährige Komplizin wollten die ältere Dame mit der Masche des "falschen Carabiniere" aufs Kreuz legen. Doch stattdessen klickten für die beiden die Handschellen. Der Vorfall hatte am Dienstagabend seinen Anfang genommen. Die Seniorin, die in der Fraktion Elvas lebt, erhielt einen verdächtigen Anruf: Ein Mann gab sich als Offizier der Carabinieri aus und tischte der Frau eine Lügengeschichte von einer angeblichen Notlage vor Gericht auf. Um Schaden abzuwenden, müsse sie sämtliches Bargeld und den Familienschmuck im Haus sammeln und am nächsten Morgen einem Beauftragten übergeben. Statt in Panik zu geraten, schöpfte die Seniorin jedoch Verdacht und handelte genau richtig: Sie verständigte umgehend die Einsatzzentrale der echten Carabinieri in Brixen. Die Reaktion der Ordnungshüter folgte prompt. Am Mittwochmorgen bezogen Spezialeinheiten sowie Carabinieri der Station in Brixen Stellung in und um das Wohnhaus der Seniorin. Unbemerkt von den Tätern, bauten sie ein engmaschiges Überwachungsnetz auf. In der Zwischenzeit nahm der vermeintliche Carabiniere am Vormittag kurz nach 10. 00 Uhr erneut Kontakt zur Seniorin auf und rief sie mehrmals am Festnetz und am Handy an, wobei er weiterhin auf massive Weise versuchte, psychischen Druck auszuüben. Schließlich betrat der 31-Jährige die Wohnung. Genau in dem Moment, als er den Schmuck an sich nehmen wollte, schlugen die Carabinieri zu, die sich im Haus versteckt hatten. Der Mann wurde überwältigt, noch bevor er überhaupt reagieren konnte. Zeitgleich ergriff ein zweites Einsatzteam vor dem Gebäude die 44-jährige Komplizin des Täters, die in einem Fluchtwagen mit laufendem Motor wartete. Auch sie wurde unverzüglich festgenommen. Das Navigationsgerät zeigte noch die Adresse der 83-jährigen Frau in Elvas an. Bei der Durchsuchung der mutmaßlichen Täter und des Fahrzeugs stießen die Ermittler auf hochprofessionelles Equipment: Neben mehreren Mobiltelefonen – darunter ein speziell präpariertes Gerät zur verschlüsselten Kommunikation über WhatsApp – beschlagnahmten die Ordnungshüter drahtlose Abhörgeräte, um das Geschehen im Haus aus der Ferne live mitzuhören. Die gesamte Beute konnte der glücklichen Eigentümerin noch an Ort und Stelle zurückgegeben werden, während die beiden Tatverdächtigen in Sicherheitszellen nach Bozen überstellt wurden. Nun erwartet sie ein Schnellverfahren vor Gericht.