Bozen – Die Nachricht vom Tod von Hermann Atz hat auch bei der Michael Gaismair Gesellschaft tiefe Trauer ausgelöst. Der bekannte Südtiroler Politologe und Meinungsforscher war am vergangenen Samstag bei einem Kletterunfall am Sellajoch ums Leben gekommen. Atz wurde 73 Jahre alt. Die Michael Gaismair Gesellschaft erinnert nun an ihr Gründungsmitglied. Atz gehörte der Gesellschaft bereits seit ihrer Gründung im Jahr 1985 an. „Hermanns Beitritt ist Ausdruck seines zivilgesellschaftlichen Engagements, dem er sich nie entzog“, heißt es in der Stellungnahme. Dieses Engagement habe sich unter anderem bei Fragen der politischen Beteiligung, des Umwelt- und Klimaschutzes sowie des Zusammenlebens der Sprachgruppen gezeigt. Enge Zusammenarbeit mit Apollis Besonders hervorgehoben wird die Zusammenarbeit zwischen der Gaismair Gesellschaft und dem von Atz mitgeleiteten Institut Apollis. Vor rund zehn Jahren beteiligten sich beide Einrichtungen gemeinsam mit den Instituten für Politikwissenschaft und Soziologie der Universität Innsbruck an einem Forschungsprojekt zur sozialen und ethnischen Struktur der Südtiroler Gesellschaft. Das von der Südtiroler Landesregierung finanzierte Projekt trug den Titel „Ethnische Differenzierung und soziale Schichtung in der Südtiroler Gesellschaft“. Atz gehörte der wissenschaftlichen Steuerungsgruppe an und übernahm als Koordinator eine zentrale Rolle. 2016 wurden die Ergebnisse von Max Haller, Hermann Atz und Günther Pallaver im renommierten Nomos-Verlag veröffentlicht. Der erfolgreiche Abschluss des Projekts sei „maßgeblich ein Verdienst von Hermann“, betont die Gaismair Gesellschaft. Atz habe Südtirol auch über seine wissenschaftliche Arbeit hinaus geprägt. Als Kommentator habe er die politische Entwicklung des Landes analysiert und für ein breites Publikum verständlich gemacht. Seine „Analysen, seine kritische Stimme“ seien über Jahrzehnte eine wichtige Orientierung gewesen, schreibt die Gesellschaft. „Hermann wird der Michael Gaismair Gesellschaft fehlen, in erster Linie aber seiner Familie. Und er wird Südtirol fehlen“, heißt es in der Stellungnahme. Unterzeichnet wurde die Erklärung vom Vorsitzenden Josef Prackwieser und Ehrenvorsitzenden Günther Pallaver sowie den Vorstandsmitgliedern Martha Verdorfer, Christian Troger, Leopold Steurer, Giorgio Mezzalira und Jakob Volgger. Besonderes Mitgefühl richtet die Gesellschaft an Vorstandsmitglied und Schriftführerin Brigitte Haas, die mit Hermann Atz ihr Leben geteilt hat.