Von: luk
Der Ausbruch des Krieges im Iran wirkt sich bereits spürbar auf die internationalen Energiemärkte aus. Auch in Italien könnten Verbraucher bald höhere Strom- und Gasrechnungen zugestellt bekommen. Darauf weist eine Analyse des Vergleichsportals Segugio.it hin.
Großhandelspreise steigen sprunghaft
Unmittelbar nach Beginn des Konflikts sind die Preise auf dem Energiemarkt deutlich gestiegen. Besonders stark zeigt sich das beim italienischen Strom-Großhandelspreis PUN (Prezzo Unico Nazionale). Dieser ist laut Analyse im Vergleich zu den Notierungen von Ende Februar um rund 60 Prozent gestiegen.
Noch stärker fiel der Anstieg beim Gas aus: Der Referenzpreis PSV (Punto di Scambio Virtuale) legte im selben Zeitraum sogar um 76 Prozent zu. Dazu ist zu sagen, dass Italien rund 40 Prozent seines Stroms aus Erdgas produziert.
Diese Indizes sind maßgeblich für Tarife mit variablem Preis. Sie beeinflussen damit direkt die Kosten vieler Haushalte.
Höhere Rechnungen könnten bald folgen
Der Preissprung im Großhandel ist bei Endkundenrechnungen bislang noch nicht angekommen. Experten gehen jedoch davon aus, dass dies nur eine Frage der Zeit ist.
Die durchschnittlichen Monatswerte von PUN und PSV im März dürften deutlich über jenen vom Februar liegen. Diese Werte dienen wiederum als Grundlage für die Berechnung der Energiepreise bei variablen Tarifen.
Auch Anbieter im freien Markt könnten in den kommenden Wochen ihre Festpreistarife deutlich verteuern, da sie sich an den gestiegenen Großhandelspreisen orientieren müssen.
Festpreise könnten kurzfristig Vorteile bringen
Nach Einschätzung des Observatoriums von Segugio.it könnten Haushalte derzeit noch von bestehenden Angeboten mit fixen Preisen profitieren.
Eine typische Familie könne durch das sofortige Festschreiben des Energiepreises über 300 Euro pro Jahr sparen, sofern sie einen der aktuell noch verfügbaren günstigen Tarife abschließt. Beim Strom seien Einsparungen von bis zu 37 Prozent, beim Gas von bis zu 18 Prozent möglich.
Experten sehen vor allem variable Tarife unter Druck
Paolo Benazzi, Managing Director Utilities von Segugio.it, betont, dass die weitere Entwicklung stark von der geopolitischen Lage abhängt. Kunden mit bereits abgeschlossenen Festpreistarifen seien zunächst geschützt – zumindest bis zum Ende ihrer Vertragslaufzeit, die meist ein Jahr beträgt.
Anders sehe es für Verbraucher mit variablen Tarifen aus. Sie könnten die steigenden Marktpreise besonders schnell zu spüren bekommen, falls sich die Krise verfestigt und die Energiepreise länger hoch bleiben.




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