Deutscher Kanzler zu Besuch bei US-Präsident Trump

Merz bei Trump: Trump kritisiert Madrid und London scharf

Dienstag, 03. März 2026 | 21:43 Uhr

Von: APA/dpa

US-Präsident Donald Trump hat am Dienstag den deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz als ersten europäischen Regierungschef seit Beginn des Iran-Kriegs im Weißen Haus empfangen. Dabei übte Trump Kritik an den Regierungen in Spanien und in Großbritannien. “Einige europäische Länder wie Spanien haben sich schrecklich verhalten”, sagte Trump mit Blick auf die US-Angriffe auf den Iran. “Spanien hat tatsächlich gesagt, dass wir ihre Stützpunkte nicht nutzen dürfen.”

Trump sagte, niemand könne den USA vorschreiben, was sie zu tun oder zu lassen hätten. Wenn die USA wollten, könnten sie Spaniens Stützpunkte auch ohne Erlaubnis nutzen. “Sie waren unfreundlich”, sagte Trump. Und deshalb habe er seinen Finanzminister Scott Bessent angewiesen, “alle Deals” mit Madrid einzustellen. Welche Abkommen Trump meinte, blieb zunächst unklar.

“Ich bin ebenfalls nicht glücklich über das Vereinigte Königreich”, sagte Trump. Großbritannien hatte den USA britischen Medien zufolge erst verweigert, Angriffe auf den Iran von britischen Stützpunkten durchzuführen. Am Sonntagabend lenkte Starmer ein und erlaubte die Nutzung in begrenztem Umfang. Trump sagte, es hätte deutlich bessere Lösungen dafür gegeben.

Merz betont Übereinstimmung mit Trump

Bei dem Treffen begründete Trump den Krieg erneut mit eigenen Sicherheitsinteressen – und nicht mit einer Entscheidung Israels. “Wenn überhaupt, dann habe ich Israel vielleicht unter Druck gesetzt. Aber Israel war bereit, und wir waren bereit”, sagte der US-Präsident. Er sei bereits während der Verhandlungen mit dem Iran sicher gewesen, dass Teheran zuerst angreifen werde. “Und ich wollte nicht, dass das passiert.”

Trump hatte am Samstag gesagt, die iranische Raketenbedrohung solle beseitigt und die Marine zerstört werden. Das Land dürfe außerdem keine Atomwaffen haben.

Merz betonte Übereinstimmung in der Iran-Politik. “Wir sind uns einig, dass dieses schreckliche Regime in Teheran gestürzt werden muss.” Man werde auch “über die Zeit danach sprechen, darüber, was dann geschieht, wenn sie gestürzt sind”. Trump zufolge haben die USA noch keinen konkreten Plan für die politische Nachfolge im Iran. “Viele der Leute, die wir im Auge hatten, sind tot”, sagte er.

Reza Pahlavi, Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Persien, der sich als Übergangsführer des Irans ins Spiel gebracht hat, sprach Trump keine direkte Unterstützung aus: “Ich habe gesagt, er macht einen sehr netten Eindruck, aber mir scheint, jemand aus den eigenen Reihen, der gerade beliebt ist – falls es so jemanden überhaupt gibt -, wäre besser.”

Trump: Ukraine weit oben auf Prioritätenliste

Der deutsche Kanzler wies auch darauf hin, dass die Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs nicht aus dem Blick geraten dürften. Es gebe zu viele “bad guys” (in etwa: Bösewichte) in dieser Welt, sagte er mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Trump versicherte, dass seine diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Krieges weit oben auf seiner Prioritätenliste stünden. Es herrsche ein “enormer Hass” zwischen dem russischen Präsidenten Putin und dessen ukrainischem Kollegen Wolodymyr Selenskyj.

US-Präsident würdigt Merz als “ausgezeichneten Anführer”

Empfangen worden war Merz zu dem mit Spannung erwarteten Gesprächstermin nicht wie üblich vor dem Weißen Haus, der Kanzler wurde durch einen Nebeneingang geleitet. Weil der CDU-Politiker als erster Staatschef nach den amerikanisch-israelischen Angriffen persönlich bei Trump erschien, bekam der Besuch auch international große Aufmerksamkeit.

Trump hatte in dem Gespräch im Oval Office deutlich größere Redeanteile als Merz. Der deutsche Kanzler kam kaum zu Wort. Die meisten Fragen richteten sich wie schon beim ersten Treffen der beiden im Oval Office an Trump.

Trump: Merkel hat Deutschland geschadet

Wie bei vielen ähnlichen Terminen zuvor wechselte der US-Präsident teils wild die Themen. Zwischendurch kritisierte er auch die frühere deutsche Kanzlerin Angela Merkel. Mit ihr habe er “Differenzen” gehabt, sagte Trump. “Ich habe gesagt: Sie schaden Ihrem Land mit der Migration und Sie schaden Ihrem Land mit der Energiepolitik.” Merz hingegen sei in beiden Fragen “ziemlich das Gegenteil” seiner Vorgängerin, sagte Trump.

Er halte den neuen Kanzler für einen “ausgezeichneten Anführer”. Er sei ein “sehr erfolgreicher Mann”, der “einen großartigen” Job mache und zu einem Freund geworden sei.

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