Von: Lukas Unterkofler
Bozen – In Südtirols Privatwirtschaft arbeiten immer mehr Menschen. Gleichzeitig haben die Löhne trotz nominaler Zuwächse seit 2019 deutlich an Kaufkraft verloren. Das geht aus einer neuen Erhebung des Landesinstituts für Statistik ASTAT hervor.
2024 waren demnach 224.445 Beschäftigte in der Südtiroler Privatwirtschaft tätig, 2,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor. 159.896 arbeiteten in Vollzeit, 64.549 in Teilzeit. Frauen machten 42,6 Prozent der Beschäftigten aus. Gleichzeitig setzt sich die Alterung der Belegschaften fort: Der Anteil der über 60-Jährigen stieg seit 2019 von 5,9 auf 8,1 Prozent.
Bei den Löhnen zeigt sich ein gemischtes Bild. Die durchschnittliche Bruttojahresentlohnung stieg von 30.134 Euro im Jahr 2019 auf 34.050 Euro 2024. Das entspricht nominal einem Plus von 13 Prozent. Die Inflation lag im selben Zeitraum jedoch bei 20,4 Prozent. Inflationsbereinigt sanken die durchschnittlichen Löhne deshalb um 6,2 Prozent. Immerhin erholten sich die Reallöhne 2024 gegenüber dem Vorjahr um 2,1 Prozent.
Noch deutlicher wird der Kaufkraftverlust beim Blick auf die Medianlöhne. 2024 lag der Median bei 29.851 Euro brutto im Jahr. Gegenüber 2019 bedeutet das real einen Rückgang von 8,4 Prozent. Bei Männern betrug der reale Rückgang 8,2 Prozent, bei Frauen 7,3 Prozent. Besonders stark fiel der Verlust bei den über 60-Jährigen aus. Ihre mediane Entlohnung sank real um 9,5 Prozent.
Große Unterschiede gibt es auch zwischen den Branchen. Die meisten Beschäftigten verzeichnete 2024 der Beherbergungssektor mit 43.345 Personen. Der Medianlohn lag dort bei 28.947 Euro. Im Einzelhandel waren 24.013 Menschen beschäftigt, bei einem Median von 26.643 Euro. In der Gastronomie arbeiteten 19.247 Personen, der Median lag bei 24.927 Euro. Alle drei Bereiche lagen damit unter dem Median der gesamten Privatwirtschaft.
Auch bei den Kollektivverträgen zeigen sich deutliche Unterschiede. Für mehr als 60 Prozent der Beschäftigten galten 2024 die Verträge für Tourismus, Handel oder Metall. Im Tourismus lag der Median bei 27.877 Euro, im Handel bei 29.534 Euro. Deutlich höher war er im Metallsektor mit 35.721 Euro.
Über den gesamten Zeitraum von 2019 bis 2024 blieb allerdings in allen zehn untersuchten Kollektivverträgen nach Abzug der Inflation ein Minus. Besonders stark war der reale Rückgang im Bauwesen mit 18 Prozent, während Metall und die Verträge für Beschäftigte von Freiberuflern mit jeweils minus zwei Prozent die geringsten Einbußen verzeichneten.




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