Eröffnung der Nordwestumfahrung wird historischer Moment

Kurstadt 2.0: Schritt für Schritt zu neuer Mobilität in Meran

Mittwoch, 07. Oktober 2026 | 12:30 Uhr

Von: Matthias Knapp

Meran – Im November wird die Nordwestumfahrung eröffnet – ein historischer Moment für Meran und das gesamte Burggrafenamt. Damit entsteht der Spielraum für eine neue, zukunftsfähige Mobilität und mehr Lebensqualität in der Kurstadt. Bei einer heutigen Pressekonferenz stellte die Meraner Stadtregierung das strategische Gesamtkonzept für eine bessere Verkehrsorganisation, mehr Erreichbarkeit und mehr Raum für die Menschen vor. Ab Januar 2027 sollen erste Maßnahmen im Stadtzentrum umgesetzt werden.

Weniger Verkehr im Herzen der Stadt, mehr Sicherheit, mehr Raum für Fußgänger und Radfahrer sowie eine bessere Luft- und Lebensqualität: Das sind die zentralen Ziele des neuen strategischen Mobilitätskonzepts für Meran.

Ein wichtiger Wendepunkt wird die für den 26. November 2026 vorgesehene Eröffnung der Nordwestumfahrung sein. Gemeinsam mit der Kavernengarage soll die neue Infrastruktur die Verkehrsströme neu ordnen und die Voraussetzungen für eine veränderte Mobilität in der Stadt schaffen.

„Meran steht vor einem wichtigen Schritt: Wir wollen den Verkehr nicht einfach verlagern, sondern die Art und Weise neu denken, wie Menschen sich in unserer Stadt bewegen und sie erleben“, erklärte Bürgermeisterin Katharina Zeller. „Die Umfahrung ist eine wichtige Infrastruktur, aber entscheidend ist, was sie uns an der Oberfläche ermöglicht: Schritt für Schritt Räume zurückzugewinnen, die Sicherheit zu erhöhen, die Lebensqualität zu verbessern und Meran als Wohn-, Arbeits- und Lebensort noch attraktiver zu machen.“

Die vom Mobilitätsexperten Stefano Ciurnelli vorgestellte Vision, die im Rahmen des Projekts „Kurstadt 2.0: Schritt für Schritt zu neuer Mobilität“ von Stadträtin Barbara Hölzl eingeführt wurde, folgt einem klaren Grundsatz: Weniger motorisierter Verkehr im Stadtgebiet soll mehr Lebensqualität ermöglichen.

Ein wesentlicher Teil der Verkehrsströme soll künftig über die Umfahrung und die vorgesehenen Mobilitätsinfrastrukturen geführt werden. Dadurch können Flächen schrittweise stärker dem Fuß- und Radverkehr und Aufenthaltsbereichen zugutekommen. Gleichzeitig soll die Erreichbarkeit der Stadt gewährleistet und der Verkehrsfluss für jene verbessert werden, die Meran erreichen oder durchqueren müssen.

„Eine lebenswertere Stadt bedeutet nicht eine weniger erreichbare Stadt“, betonte Stadträtin Barbara Hölzl. „Die Herausforderung besteht darin, die unterschiedlichen Bedürfnisse miteinander in Einklang zu bringen: jene der Menschen, die in Meran leben und arbeiten, ebenso wie jene der Menschen aus den umliegenden Gemeinden, die täglich in die Stadt kommen. Wer zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, soll ebenso berücksichtigt werden. Deshalb muss das neue Mobilitätssystem als zusammenhängendes Netz gedacht werden und nicht als Summe einzelner Eingriffe.“

Erste Maßnahmen im Stadtzentrum

Ingenieur Stefano CiurnelliMit der Eröffnung der Umfahrung soll eine Reihe von Maßnahmen zur Neuordnung der Mobilität umgesetzt werden. Dazu gehören die Einführung von verkehrsberuhigten Zonen im Rennweg, in der unteren Freiheitsstraße sowie für den Schwerverkehr in Obermais. Vorgesehen sind außerdem die Umkehrung der Verkehrsflüsse in der Alpini- und in der Huberstraße sowie in einem Abschnitt der Manzonistraße, die Abstufung der Verkehrsfunktion der Cavourstraße, eine Neuordnung der Verkehrsführung in Obermais, eine Anpassung der Wegweisung und der Parkplatzbeschilderung sowie eine Reorganisation der Parkplätze im zentralen Stadtgebiet im Zusammenhang mit der neuen Kavernengarage.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die laufende Beobachtung der Verkehrsentwicklung. Die tatsächlichen Auswirkungen der Veränderungen auf den innerstädtischen Verkehr werden überprüft und die erhobenen Daten genutzt, um die weiteren Umsetzungsschritte gegebenenfalls anzupassen.

Ein strategischer Bestandteil des neuen Mobilitätssystems ist das vom Land geplante Mobilitätszentrum Meran, das zu einem zentralen Knotenpunkt für den Umstieg und die Neuordnung des öffentlichen Verkehrs werden soll. Mit einer Bauzeit von ca. zwei Jahren zwischen 2028 und 2029 soll ein attraktiver Busbahnhof mit Bar und Wartebereich, eine neue Tiefgarage für Pendlerinnen und Pendler, eine Fahrradgarage, eine Unterführung zum Praderplatz und eine neue Verkehrsführung realisiert werden.

Neue Erreichbarkeit für das Gesundheitsareal

Die Mobilitätsstrategie berücksichtigt auch die künftige Entwicklung des Gesundheitsareals Meran. In der Präsentation wurde darauf hingewiesen, dass der bestehende Parkplatz des Krankenhauses an Werktagen während der Schulzeit zwischen etwa 7.30 und 12.00 Uhr ausgelastet ist.

Im Rahmen des Projekts Cura Resort sind rund 700 Stellplätzen vorgesehen – 155 mehr als derzeit. Die zusätzlichen Stellplätze sollen den Bedarf abdecken, der durch das Cura Resort, das Gemeinschaftskrankenhaus und das Gemeinschaftshaus entsteht. Darüber hinaus wurden mögliche Lösungen zur Verbesserung der Erreichbarkeit des Krankenhausparkplatzes und des gesamten Gesundheitsareals untersucht. Vorgestellt wurde unter anderem die Idee einer Shuttlebus-Verbindung zwischen dem Mobilitätszentrum, dem Krankenhaus, dem Rennweg, den Thermen und dem Bahnhof Untermais. Um den Verkehr in der Goethestraße besser regeln zu können, ist zudem die Realisierung eines Kreisverkehrs vor der Einfahrt zum Krankenhausareal geplant.

Ein Weg mit klaren nächsten Schritten

Der weitere Prozess wird in den kommenden Wochen mit verschiedenen Informations- und Dialogveranstaltungen fortgesetzt. Nach der heutigen Pressekonferenz und dem heutigen Informationstreffen für die Stakeholder im Bürgersaal folgt am 25. November eine Informationsveranstaltung für die Bevölkerung. Am 21. November ist die Eröffnungsfeier der Umfahrung vorgesehen, am 26. November die Freigabe für den Verkehr.

Ab Januar 2027 sollen die Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und weitere geplante Schritte schrittweise umgesetzt werden.

“Ich möchte Ingenieur Stefano Ciurnelli für seine Kompetenz, seine Professionalität und seine Hilfsbereitschaft danken, die er der Stadt im Laufe einer langjährigen Zusammenarbeit mit der Gemeinde Meran stets zur Verfügung gestellt hat”, erklärte der Vizebürgermeister Nerio Zaccaria. “Uns steht eine besonders anspruchsvolle Phase bevor: In den nächsten drei Jahren wird Meran gleichzeitig mit strategischen Infrastrukturmaßnahmen, großen Baustellen und einer komplexen Neuordnung der städtischen Mobilität konfrontiert sein. Wir sind uns der Schwierigkeiten bewusst, die dieser Weg mit sich bringen kann, aber wir bekräftigen die Richtigkeit der Vision, die das Handeln der Stadtregierung leitet. Das Ziel ist klar: die Lebensqualität in Meran konkret zu verbessern, den Menschen wieder Raum zu geben, die Sicherheit zu erhöhen und eine nachhaltigere und attraktivere Stadt zu schaffen – in erster Linie für unsere Mitbürger und Mitbürgerinnen. Wir werden diesen Weg pragmatisch und verantwortungsbewusst angehen und die Auswirkungen der getroffenen Maßnahmen ständig überwachen. Sollten sich bei der Planung der Eingriffe im Bereich der Mobilität kritische Punkte oder Fehler ergeben, werden wir umgehend eingreifen, um diese mit gesundem Menschenverstand zu korrigieren – auf der Grundlage der gesammelten Daten und im Dialog mit der Bevölkerung. Ein Wandel dieser Größenordnung erfordert nämlich die Fähigkeit zum Zuhören, Flexibilität und den Willen, die Instrumente an die tatsächlichen Bedürfnisse der Gemeinschaft anzupassen.“

„Die Veränderung der Mobilität wird schrittweise erfolgen und muss von Dialog, Beobachtung und einer laufenden Überprüfung der Ergebnisse begleitet werden. Wir haben eine klare Gesamtausrichtung, wissen aber auch, dass ein Wandel dieser Größenordnung Aufmerksamkeit, Austausch und die Bereitschaft zur Anpassung erfordert. Unser Ziel ist klar: Die Mobilität soll dazu beitragen, Meran noch zugänglicher, sicherer und attraktiver zu machen. Mit der Eröffnung der Umfahrung tritt dieser Veränderungsprozess nun in eine neue Phase ein. Neue Mobilität ist dabei kein Selbstzweck, sondern ein Instrument für eine lebenswertere Stadt”, so Bürgermeisterin Katharina Zeller abschließend.

Bezirk: Burggrafenamt

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