Von: Matthias Knapp
Kurtatsch/Tramin – Die Carabinieri von Kurtatsch und Tramin haben am Dienstag aufgrund eines Vollstreckungsbefehls vom zuständigen Ermittlungsrichter in Bozen mehrere Tiere beschlagnahmt. Unterstützt wurden die Ermittler von Personal des Südtiroler Sanitätsbetriebs, von Vertretern der Forstbehörde und der Berufsfeuerwehr sowie von Freiwilligen der Tierschutzvereinigung OIPA.
Im Rahmen der Untersuchung, die von der Bozner Staatsanwaltschaft geleitet wird, waren in den Monaten zuvor zu mehrere Kontrollen und Lokalaugenscheine durchgeführt worden. Nach einer Phase der Beobachtung wurden die Carabinieri in Absprache mit dem Bürgermeister, mit dem tierärztlichen Dienst sowie mit den Tierschützern aktiv und schlugen die präventive Beschlagnahme vor.

Der Zugriff erfolgte an unterschiedlichen Orten: Neben einer Wohnung in Kurtatsch geriet auch ein alter Schuppen ins Visier der Carabinieri, der als Abstellplatz für Fahrräder genutzt wird. Insgesamt wurden 46 Tiere beschlagnahmt, die nicht artgerecht gehalten wurden und deren Zustand als prekär eingestuft wurde: 18 Hühner, drei Hasen, 13 große Hunde und zwölf Katzen.

Sämtliche Tiere wirkten stark verängstigt und schienen den Kontakt mit Menschen nicht gewohnt zu sein. Zudem litten sie unter einem massiven Flohbefall und lebten in unhygienischen Umgebungen, in denen Ratten hausten. Die Katzen waren sichtlich unterernährt, während bei den Hunden deutliche Symptome einer Hornhautentzündung zu erkennen waren.

Das Personal des Sanitätsbetriebs stellte sicher, dass der Gesundheitszustand der Tiere genau untersucht wird und dass geeignete Maßnahmen zur Pflege ergriffen werden. Die Carabinieri haben unterdessen eine 59-jährige Frau wegen Tierquälerei und Verwahrlosung von Tieren angezeigt. Nun muss sich die Justiz mit dem Fall befassen.




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