Nach jahrelangem Rechtsstreit

Defekte Tür bringt 91-Jährigen zu Sturz – Sanität zahlt 163.000 Euro

Donnerstag, 08. Oktober 2026 | 09:47 Uhr

Von: Lukas Unterkofler

Lana/Bozen – Eine defekte Schiebetür im Gesundheitsbezirk Lana hat einen 91-jährigen Mann schwer verletzt. Nach einem jahrelangen Rechtsstreit muss der Südtiroler Sanitätsbetrieb den Erben nun 163.438 Euro Schadenersatz zahlen.

Der Unfall ereignete sich am 3. Oktober 2019. Als der Mann das Gesundheitszentrum verlassen wollte, schloss sich die Schiebetür plötzlich und brachte ihn zu Fall. Er erlitt einen Oberschenkelbruch und war danach dauerhaft auf einen Rollstuhl angewiesen. Am 26. Jänner 2024 starb der Mann. Seine Familie setzte das bereits von ihm angestrengte Zivilverfahren fort.

Das Bozner Landesgericht hatte die Schadenersatzforderung zunächst abgewiesen, weil es keinen direkten Augenzeugen des Sturzes gab. Vor dem Oberlandesgericht erwies sich jedoch die Aussage einer Sozialbetreuerin als entscheidend. Sie hatte den Sturz selbst nicht gesehen, aber einen plötzlichen Lärm gehört und den Mann unmittelbar danach am Boden neben der Tür gesehen. Zudem berichtete sie, selbst bereits zweimal von derselben Tür eingeklemmt worden zu sein. Technische Überprüfungen bestätigten schließlich einen Defekt am Sicherheitssensor. Die Tür wurde daraufhin ausgetauscht, berichtet die Zeitung Alto Adige.

Den größten Teil der Summe – rund 137.000 Euro – macht der Ersatz für die gesundheitlichen und immateriellen Schäden aus. Hinzu kommen etwa 26.400 Euro an anerkannten Kosten, darunter für den behindertengerechten Umbau des Badezimmers, vorübergehende Aufenthalte in einer Seniorenwohnstruktur sowie medizinische Gutachten und Therapien. Nicht anerkannt wurden unter anderem mehr als 22.000 Euro für einen nicht realisierten Treppenlift. Der Sanitätsbetrieb muss außerdem zwei Drittel der Verfahrenskosten beider Instanzen sowie der gerichtlichen Gutachterkosten übernehmen.

Bezirk: Bozen

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