Kleine Gewohnheiten nicht unterschätzen

Einbruchschutz: Schwachstellen am Haus rechtzeitig erkennen

Sonntag, 27. September 2026 | 08:11 Uhr

Von: Matthias Knapp

Bozen – Mit dem Ende des Sommers und den wieder kürzer werdenden Tagen lohnt sich ein genauer Blick auf die Sicherheit der eigenen vier Wände. Dabei sind es nicht immer nur Haustür und Fenster, die besondere Aufmerksamkeit verdienen. Auch Kellerfenster, Nebeneingänge, Garagen oder schlecht einsehbare Bereiche rund ums Haus können mögliche Schwachstellen darstellen. Die Verbraucherzentrale Südtirol gibt Tipps für einen Sicherheitscheck rund ums eigene Zuhause.

Ein wirksamer Einbruchschutz beginnt damit, das eigene Haus oder die eigene Wohnung einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten: Wo könnte jemand relativ unbemerkt an ein Fenster oder eine Tür gelangen? Welche Zugänge sind schlecht einsehbar? Gibt es Fenster, Türen oder Nebeneingänge, die sich leicht öffnen lassen?

Gerade jetzt im September ist ein guter Zeitpunkt für einen solchen Sicherheitscheck. Die Tage werden allmählich kürzer und in den kommenden Monaten fällt die Dämmerung wieder zunehmend in jene Tageszeiten, in denen viele Menschen noch nicht zu Hause sind.

Nicht nur die Haustür im Blick behalten

Während bei der Haustür häufig auf eine gute Sicherung geachtet wird, geraten andere Zugänge schnell in Vergessenheit. Dazu zählen Keller- und Garagentüren, Kellerfenster sowie Balkon- und Terrassentüren. Auch sie sollten zuverlässig schließen und bei Abwesenheit immer verschlossen sein.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen leicht erreichbare Fenster im Erdgeschoss oder Hochparterre. Ein gekipptes Fenster bietet keinen ausreichenden Schutz und sollte beim Verlassen des Hauses immer vollständig geschlossen werden.

Mechanische Sicherungen bilden eine wichtige Grundlage

Wer den Einbruchschutz verbessern möchte, muss nicht zwangsläufig mit aufwendiger Technik beginnen. Solide Türen und Fenster sowie geeignete mechanische Sicherungen können das gewaltsame Öffnen deutlich erschweren. Bei älteren Fenstern und Türen lohnt es sich daher zu prüfen, ob bestehende Beschläge oder Schließsysteme verbessert bzw. nachgerüstet werden können.

Alarmanlagen, Bewegungsmelder, Kameras oder Smart-Home-Systeme können den Schutz ergänzen. Sie ersetzen jedoch nicht die grundlegende Sicherung von Türen und Fenstern.

Auch der Außenbereich zählt

Ein schlecht beleuchteter und von außen kaum einsehbarer Zugang kann ungebetenen Gästen entgegenkommen. Eine sinnvoll platzierte Außenbeleuchtung mit Bewegungsmelder kann hier Abhilfe schaffen. Gleichzeitig sollte darauf geachtet werden, dass Leitern, Werkzeuge oder andere Gegenstände rund ums Haus nicht unnötig als Hilfsmittel genutzt werden können.

Hecken und Sträucher sorgen zwar für Privatsphäre, können aber auch Sichtschutz für Einbrecher bieten. Vor allem unmittelbar an Türen und leicht erreichbaren Fenstern sollte deshalb geprüft werden, ob der Bewuchs mögliche Zugänge unnötig abschirmt.

Kleine Gewohnheiten nicht unterschätzen

Auch die beste Sicherheitstechnik hilft wenig, wenn Fenster gekippt bleiben oder die Haustür nur zugezogen wird. Deshalb gilt weiterhin: Türen beim Verlassen des Hauses abschließen, Fenster vollständig schließen und Schlüssel nicht unter Fußmatten, Blumentöpfen oder an anderen vermeintlich sicheren Stellen verstecken.

Bei längerer Abwesenheit können Nachbar oder Bekannte den Briefkasten leeren und gelegentlich Rollläden öffnen und schließen. Zeitschaltuhren oder smarte Steuerungen für die Beleuchtung können zusätzlich den Eindruck vermitteln, dass jemand zu Hause ist. Auch in sozialen Netzwerken sollte eine längere Abwesenheit nicht öffentlich angekündigt werden.

Ein guter Einbruchschutz besteht meist aus mehreren Bausteinen. Wer mögliche Schwachstellen erkennt, einfache Verhaltensregeln beachtet und bei Bedarf gezielt nachrüstet, kann es Einbrechern deutlich schwerer machen.

Weitere Informationen rund um das Thema Einbruchssicherung bietet die Broschüre „Sicheres Zuhause – vor Einbruch geschützt“ der Verbraucherzentrale Südtirol. Sie kann kostenlos über die Webseite der Verbraucherzentrale heruntergeladen werden.

Bezirk: Bozen

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