34 Gewehre kehren zurück

Ermittlungen gegen Tiroler Schützenkompanien nun auch in Deutschland eingestellt

Montag, 02. November 2026 | 18:47 Uhr

Von: Redaktion Südtirol News

Tirol – Nach der bereits erfolgten Einstellung der Ermittlungsverfahren in Österreich wurden nun auch die Ermittlungen zu den Strafverfahren gegen die betroffenen Tiroler Schützenkompanien Waidring, Fieberbrunn und Pillersee in Deutschland eingestellt. Die zuständige Staatsanwaltschaft hat zudem die Herausgabe sämtlicher 34 Schützengewehre angeordnet.

Im Zusammenhang mit der Sicherstellung von insgesamt 34 Karabinern der Schützenkompanien Waidring, Fieberbrunn und Pillersee durch die deutsche Bundespolizei am 24. Juni 2026 gibt es nun eine weitere erfreuliche Entwicklung.

Die betroffenen Schützen befanden sich damals auf der Rückreise von den Feierlichkeiten anlässlich des 70. Geburtstages und des 35-jährigen Priesterjubiläums des Salzburger Erzbischofs Franz Lackner. Bei der Fahrt durch das sogenannte Kleine Deutsche Eck wurde ihr Reisebus im Bereich Bad Reichenhall von der deutschen Bundespolizei kontrolliert. Im Zuge dieser Kontrolle wurden insgesamt 34 Karabiner sichergestellt und gegen die betroffenen Schützen strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet. Darüber hinaus wurden Sicherheitsleistungen in Höhe von insgesamt 6.800 Euro eingehoben.

Im Zuge der Ermittlungen wurde zudem bekannt, dass zwölf der sichergestellten historischen Karabiner Beschuss- und Abnahmestempel aus der Zeit des Nationalsozialismus aufwiesen. Der Bund der Tiroler Schützenkompanien stellte dazu bereits im Juli 2026 klar, dass es sich um historische Prüfkennzeichnungen und nicht um bewusst gesetzte politische Botschaften handelt, distanzierte sich ausdrücklich von jeglichem nationalsozialistischen Gedankengut und leitete Maßnahmen zur Sensibilisierung sowie zur Klärung des künftigen Umgangs mit derartigen historischen Waffen ein.

Nachdem bereits die Staatsanwaltschaft Innsbruck die in Österreich eingeleiteten Ermittlungsverfahren im Juli 2026 eingestellt hatte, liegt nun auch eine entsprechende Entscheidung der deutschen Justiz vor.

Wie die Bundespolizeiinspektion Freilassing nunmehr mitgeteilt hat, wurden die Strafverfahren gegen die betroffenen Mitglieder der drei Tiroler Schützenkompanien durch das zuständige deutsche Gericht eingestellt. Die Einstellung erfolgte unter Verrechnung der jeweils hinterlegten Sicherheitsleistung in Höhe von 200 Euro. Die entsprechenden gerichtlichen Einstellungsverfügungen werden den Betroffenen in Kürze übermittelt.

Darüber hinaus hat die zuständige Staatsanwaltschaft die Herausgabe sämtlicher sichergestellten Gewehre angeordnet. Damit steht nunmehr fest, dass alle 34 Karabiner an die betroffenen Schützenkompanien zurückgegeben werden. Die Übergabe dieser Gewehre soll demnächst erfolgen.

Mit der nunmehr auch in Deutschland erfolgten Einstellung der Ermittlungen und der angeordneten Rückgabe sämtlicher Schützengewehre findet die Angelegenheit, die in den vergangenen Monaten sowohl in Österreich als auch in Deutschland für erhebliche Aufmerksamkeit gesorgt hatte, nunmehr ihren Abschluss.

Der Bund der Tiroler Schützenkompanien begrüßt diese Entwicklung ausdrücklich und zeigt sich erfreut darüber, dass nach der Einstellung der Ermittlungen in Österreich nun auch die Strafverfahren in Deutschland eingestellt wurden und die betroffenen Schützen ihre Karabiner zurückerhalten werden.

„Wir sind uns unserer besonderen Verantwortung im Umgang mit historischen Gewehren bewusst und legen größten Wert auf einen verantwortungsbewussten, sicheren und respektvollen Umgang mit diesen Waffen. Dieses Verantwortungsbewusstsein unterstreichen wir auch mit der beigeschlossenen Empfehlung der Bundesleitung an unsere Schützenkompanien!“, erklärt Mjr. Thomas Saurer in einer Stellungnahme.

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