Von: importer
Bei den Waldbränden in Griechenland ist ein dritter Feuerwehrmann ums Leben gekommen. Er sei nahe einem Feuer bei Ageranos im Süden der Halbinsel Peloponnes bewusstlos aufgefunden und in einem Krankenhaus für tot erklärt worden, hieß es in Medienberichten unter Berufung auf die Feuerwehr. Zur genauen Todesursache gab es zunächst keine Angaben. Zuvor waren bereits auf der Insel Kreta zwei Feuerwehrleute im Kampf gegen die Flammen umgekommen.
Die beiden Einsatzkräfte hätten im dichten Rauch die Orientierung verloren und seien in ihrem Fahrzeug von den Flammen umzingelt worden. Der großflächige Wald- und Flächenbrand im Süden Kretas ist weiterhin außer Kontrolle. Nach Angaben des Zivilschutzes kämpfen Hunderte Feuerwehrleute gegen die Flammen, die sich seit Mittwoch im Gebiet südlich von Rethymno ausbreiten.
Urlauber in Sicherheit gebracht
Zahlreiche landwirtschaftliche Flächen, Olivenhaine sowie einzelne Häuser und Stallungen wurden beschädigt oder zerstört. Mehrere Ortschaften wurden vorsorglich über den Notdienst 112 evakuiert. Viele Urlauber mussten mit Booten aus der Region der beliebten Ferienortschaft Agia Galini an der Südküste der Insel geholt werden. Laut der Vizegouverneurin der Insel Kreta, Maria Lioni, wurden rund 8.000 Menschen aus der Ortschaft in Sicherheit gebracht. “Es war eine albtraumhafte Nacht”, sagte Lioni, im griechischen Fernsehen.
Starke und wechselnde Winde erschweren die Löscharbeiten erheblich. Nach Angaben der Einsatzkräfte können Löschflugzeuge und Hubschrauber derzeit nur eingeschränkt oder zeitweise gar nicht eingesetzt werden. Die Feuerwehr konzentriert sich deshalb vor allem auf den Schutz von Wohnhäusern und weiterer Infrastruktur. Im Einsatz sind mehr als 200 Feuerwehrleute mit Dutzenden Fahrzeugen sowie freiwillige Helfer, unterstützt von kommunalen Einsatzkräften und der Polizei. Weitere Verstärkung ist auf dem Weg.
Auch im Osten Kretas, in der Region Sitia, brannte es. Dort ist die Lage den Behörden zufolge inzwischen weitgehend unter Kontrolle. Die Wettervorhersagen lassen jedoch eine erneute Zunahme der Winde erwarten, weshalb die Einsatzkräfte in Alarmbereitschaft bleiben.
Brände in der Türkei
Auch in der Türkei kämpfen Einsatzkräfte weiter gegen zahlreiche Waldbrände im Süden und Westen des Landes, die durch starke Winde angefeuert werden. Man versuche zurzeit Brände in den Provinzen Antalya, Mugla und Balikesir vollständig unter Kontrolle zu bringen, sagte Forstminister Ibrahim Yumakli dem Staatssender TRT zufolge. Bei drei weiteren sei das bereits gelungen. In der Nacht sei zudem ein weiterer Waldbrand im Bezirk Fethiye der Provinz Mugla hinzugekommen. Ein Sturm in Antalya, der zwischenzeitlich 84 km/h erreichte, hätte die Löscharbeiten erschwert, sagte Yumakli. Es seien landesweit 21 Flugzeuge, 69 Helikopter, etwa 500 Löschfahrzeuge und mehr als 3.500 Kräfte im Einsatz.
Der Minister mahnte die Bevölkerung erneut, wachsam zu sein. Mehr als 70 Prozent der Brände hätten ihren Ursprung außerhalb der Wälder und breiteten sich dann im Wald aus. Es gebe zudem drei entscheidende Hauptfaktoren für Waldbrände: niedrige Luftfeuchtigkeit, Hitze und starke Winde. Da diese Faktoren zurzeit gleichzeitig auftreten, sei höhere Vorsicht geboten.




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