Zunächst stand der 40-Jährige unter Hausarrest, später kam er ins Gefängnis

Kaltern: Sieben Cannabispflanzen und zwei Kilo Marihuana beschlagnahmt

Mittwoch, 07. Oktober 2026 | 10:30 Uhr

Von: Sophia Molitor

Kaltern – Die Carabinieri haben in Kaltern einen 40-jährigen Arbeiter festgenommen, bei dem sieben große Cannabispflanzen und rund zwei Kilogramm getrocknetes Marihuana sichergestellt wurden. Der Mann soll zudem kurz nach seiner Festnahme gegen den Hausarrest verstoßen und einen Nachbarn angegriffen haben. Daraufhin wurde er in das Bozner Gefängnis gebracht.

Die Ermittlungen wurden von den Carabinieri der Dienststelle Tramin mit Unterstützung der Einsatz- und Funkstreife der Kompanie Neumarkt sowie der 3. Hubschraubereinheit in Bozen durchgeführt. Bei einem Überflug des Gebiets rund um den Kalterer See lokalisierten die Einsatzkräfte eine Cannabisplantage auf Grundstücken neben dem Wohnhaus des 40-Jährigen.

Bei der anschließenden Hausdurchsuchung fanden die Carabinieri sieben blühende Cannabispflanzen mit einer Höhe von etwa zwei bis drei Metern. In einem Schuppen wurden zudem rund zwei Kilogramm getrocknetes Marihuana entdeckt, das bereits auf acht Plastiksäcke verteilt war. Beschlagnahmt wurden außerdem 20 Hanfsamen, eine Präzisionswaage sowie verschiedene Geräte und Materialien für den Anbau.

Nach einer ersten Einschätzung hätten die Pflanzen nach der Trocknung weitere rund drei Kilogramm Marihuana ergeben können. Insgesamt hätten sich aus der beschlagnahmten Menge mehrere Tausend Einzeldosen herstellen lassen. Den möglichen Verkaufswert schätzen die Carabinieri auf rund 40.000 Euro.

Von Hausarrest ins Gefängnis

Nach der Festnahme wurde der Mann zunächst unter Hausarrest gestellt. Bereits am folgenden Morgen soll er jedoch gegen 5 Uhr seine Wohnung verlassen haben und zum Haus eines Nachbarn gegangen sein, mit dem er offenbar im Streit lag. Nach Angaben der Ermittler schlug der Mann dort mit einer Spitzhacke mehrere Fensterscheiben ein und verschaffte sich Zugang zum Gebäude. Im Eingangsbereich soll er Schäden verursacht und den Bewohner körperlich angegriffen haben. Dieser musste anschließend im Krankenhaus behandelt werden.

Die Carabinieri trafen den 40-Jährigen wenig später in einem Zustand an, der laut Ermittlern möglicherweise auf erheblichen Alkoholkonsum zurückzuführen war. Mithilfe von Zeugenaussagen und Aufnahmen der Videoüberwachung konnten die Beamten den Ablauf des Vorfalls rekonstruieren.

Dem Mann werden neben dem Verstoß gegen den Hausarrest unter anderem schwerer Hausfriedensbruch, Körperverletzung und schwere Sachbeschädigung vorgeworfen. Aufgrund der neuen Sachlage ordnete die Justizbehörde eine Verschärfung der Maßnahme an. Der 40-Jährige wurde anschließend in die Justizvollzugsanstalt Bozen gebracht.

Nach Abschluss des Eilverfahrens wurde die von den Carabinieri vorgenommene Festnahme bestätigt und der Mann wurde erneut unter Hausarrest gestellt, diesmal in einer Wohnung in einem anderen Ort.

Für den Betroffenen gilt bis zu einem rechtskräftigen Urteil die Unschuldsvermutung.

Bezirk: Überetsch/Unterland

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