Von: Matthias Knapp
Bozen – Karl Golser wurde Anfang 2009, nach dem Ableben von Wilhelm Egger, zum Bischof der Diözese Bozen-Brixen geweiht. Er konnte dieses Amt jedoch aufgrund eines atypisches Parkinson-Syndroms nur bis zum Jahr 2011 ausüben. Im Dezember 2016 schließlich verstarb Golser an den Folgen dieser neurologischen Erkrankung. Sein ärztlicher Begleiter in dieser letzten Lebensphase war der Leiter der Abteilung für klinische Neurobiologie der Medizinischen Universität Innsbruck, Gregor Wenning. Auf dessen Betreiben hin wurde bereits 2015 die Bischof-Dr.-Karl-Golser-Stiftung gegründet, die das Wissen über atypische Parkinson-Syndrome verbreiten, das Thema weiter wissenschaftlich erforschen und therapeutische Entwicklungen unterstützen soll.
Seit 2022 unterstützt auch das Land Südtirol die Stiftung durch die Zurverfügungstellung des Preisgeldes für den zweijährlich vergebenen Wissenschaftspreis in der Höhe von 10.000 Euro. “Gerade bei neurologischen Erkrankungen, bei denen noch viele Fragen offen sind, kommt der Forschung eine zentrale Rolle zu. Die Golser-Stiftung lenkt mit ihrem Wissenschaftspreis den Blick auf ein wichtiges Forschungsfeld und fördert wissenschaftliche Exzellenz. Mit der Verlängerung der Vereinbarung setzen wir diese Unterstützung fort und schaffen Planungssicherheit für die kommenden Jahre”, sagt Landesrat Philipp Achammer, auf dessen Vorschlag hin sich die Landesregierung mit dem Thema befasst hatte.
Nachdem die bisherige Vereinbarung Ende 2025 ausgelaufen ist, hat die Landesregierung in ihrer Sitzung am 18. September grünes Licht für die Verlängerung dieses Abkommens gegeben. Damit wird sichergestellt, dass der Preis bis zum Jahr 2028 vergeben werden kann. Die diesjährige Preisverleihung findet bereits am Freitag dieser Woche, 26. September, an der Philosophisch Theologischen Hochschule in Brixen statt. In diesem Jahr wird damit Günter Höglinger von der Ludwig-Maximilians-Universität München für sein Wirken ausgezeichnet.
Das Land Südtirol vergibt selbst zwei eigene Wissenschaftspreise, den Research Award und den Women in Science Award, jeweils in den Kategorien senior und junior. Zudem ist im Landesgesetz zu Forschung und Innovation die Möglichkeit vorgesehen, sich an Stiftungen oder an Wissenschaftspreisen zu beteiligen, die von strategischem Interesse für das Land sind. So stiftet das Land beispielsweise auch den Valentin Braitenberg Award for Computational Neuroscience, der alle zwei Jahre vom bundesdeutschen Bernstein Netzwerk an Forschende aus dem Bereich der computergesteuerten Neurowissenschaften verliehen wird.




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