Tragischer Unfall in Bozen

Nach dem Tod des Mädchens fordert der Vater Gerechtigkeit

Mittwoch, 30. September 2026 | 09:29 Uhr

Von: Matthias Knapp

Bozen – Der tödliche Unfall in Bozen am Dienstag, bei dem ein Mädchen im Alter von nicht einmal vier Jahren ums Leben gekommen ist, macht fassungslos. Nun fordert der Vater des Kindes, Hossain Jakir, Gerechtigkeit.

Wie berichtet, hatte ein Lieferwagen um 11.22 Uhr beim Eingang in den Waltherpark bei einer Bushaltestelle auf der Höhe des Eingangs zum Zugbahnhof das Kind überfahren. Gemeinsam mit seiner Mutter und Anrainern, die im Küepachweg wohnen, hatte das Mädchen auf den Bus nach Vilpian gewartet, wo der Vater bengalesischer Herkunft ein Restaurant betreibt.

Kurz vor Ankunft des Busses soll sich das Mädchen um ein paar Meter vom Bereich der Haltestelle entfernt haben.

Wie die Zeitung Alto Adige berichtet, hielt sich das Kind aber immer noch auf dem Gehsteig auf. Der Lieferwagen sei demnach auf die Fußgängerzone geraten.

Das Mädchen hat schwerste Verletzungen davongetragen und wurde sofort in die Notaufnahme in Bozen gebracht. Leider hat es trotz sofortiger Einlieferung auf die Intensivstation den Unfall nicht überlebt.

Der Vater des Mädchens fordert nun Gerechtigkeit, zumal er fest davon überzeugt ist, dass sich seine Tochter auf dem Gehsteig befand. Die Bozner Stadtpolizei ermittelt den genauen Unfallhergang, auch die Polizei stand im Einsatz. Die Erhebungen sollen klären, wo sich das Mädchen und der Lieferwagen unmittelbar vor dem Unfall aufgehalten haben.

Aufnahmen von Überwachungskameras zeigen, dass sich der Lieferwagen tatsächlich widerrechtlich im Fußgängerbereich aufgehalten hat, auch wenn sich die gesamte Dynamik des Unfalls aus den Aufzeichnungen nur zum Teil ablesen lässt. Der 43-jährige Bozner albanischer Abstammung, der am Steuer des Lieferwagens saß, arbeitet für eine heimische Transportfirma und führte gerade das Startmanöver durch. Unter Tränen soll er den Ermittlern gegenüber beteuert haben, er habe das Mädchen nicht gesehen.

Immer wieder parken Lieferwagen im Bereich zwischen dem Eingang des Einkaufszentrums und der Bushaltestelle – oft aus Bequemlichkeit –, obwohl auf dem Abschnitt Fahrzeugen der Zugang verboten ist. Nur im Notfall dürfen Fahrzeuge von Einsatzkräften den Bereich passieren.

„Es ist eine Tragödie. Uns fehlen die Worte. Der Tod des kleinen Mädchens macht uns sprachlos. Die Stadt Bozen trauert mit den Angehörigen und drückt der Familie und allen, die dem Mädchen nahestanden, ihr aufrichtiges Beileid aus. Wir sind in Gedanken bei ihnen”, sagte Bozens Bürgermeister Claudio Corrarati. Im Dezember wäre das Mädchen vier Jahre alt geworden.

Der Stadtrat will sich bei den kommenden Sitzungen mit der Situation im Fußgängerbereich befassen. Unterdessen hat die Stadtpolizei die Akten an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Eine Untersuchung wegen Tötung im Straßenverkehr wurde in die Wege geleitet. Der 43-jährige Lenker, der am Dienstag noch unter Schock stand, soll bald erneut einvernommen werden. Ein Alkoholtest fiel negativ aus, auch die Papiere des Lenkers waren in Ordnung. Der Lieferwagen wurde unterdessen beschlagnahmt.

Die Beerdigung wird voraussichtlich in den kommenden Tagen stattfinden.

Bezirk: Bozen

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