Mädchen kam ums Leben

Nach tödlichem Unfall in Bozen: Lenker verliert den Führerschein

Donnerstag, 01. Oktober 2026 | 10:28 Uhr

Von: Matthias Knapp

Bozen – Nach dem Tod des dreijährigen Mädchens in Bozen laufen die Ermittlungen weiter auf Hochtouren, um die genaue Unfalldynamik zu klären. Dem 43-jährigen Lenker des Lieferwagens, der das Kind überfahren hat, wurde unterdessen der Führerschein entzogen. Außerdem wurde sein Handy im Rahmen des Beweissicherungsverfahrens beschlagnahmt. Wie berichtet, hat die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung wegen Tötung im Straßenverkehr in die Wege geleitet.

Nachdem der Mann vor dem Waltherpark Waren abgeladen hatte, kam es bei dem Startmanöver zu dem fatalen Unfall. Ein Alkohol- und Drogentest fiel negativ aus. Der 43-Jährige albanischer Abstammung lebt in Bozen und gilt dort als gut integriert. Die Transportgesellschaft, für die er arbeitet, steht nicht im Visier der Ermittlungen, zumal mit den Papieren alles in Ordnung war. Wie die Zeitung Alto Adige berichtet, hat die Firma der Familie des Mädchens ihr Beileid bekundet.

Unterdessen hat sich der Lenker den Anwalt Federico Fava als Rechtsbeistand zugelegt. Auch die Eltern des Mädchens bereiten sich darauf vor, rechtliche Schritte zu ergreifen. Ihre Tochter wäre im Dezember vier Jahr alt geworden. Als sie neun Monate alt war, ist die Familie nach Bozen gezogen.

Bevor es am Montag zu dem Unfall kam, hatte die Mutter mit dem Mädchen auf den Bus nach Vilpian gewartet, wo der Vater des Kindes, Hossain Jakir, einen Betrieb im Gastronomiebereich führt. Doch von einer Sekunde auf die nächste wurde das Leben der Familie auf tragische Weise auf den Kopf gestellt. Noch bevor der Lieferwagen den Fußgängerbereich verlassen hat, war das Mädchen vom Fahrzeug erfasst worden. Mit schwersten Verletzungen wurde das Kind ins Bozner Krankenhaus eingeliefert, wo es nur wenige Minuten später verstarb.

„Das sind Nachrichten, die man niemals hören möchte, nicht einmal als Anwältin: Ein Leben, das so jung ausgelöscht wurde“, seufzt Alessandra Bacci, die von der Familie beauftragte Anwältin. Ihr zufolge müssen nun verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden – vor allem im Zusammenhang mit der Frage, warum sich der Lieferwagen um 10.00 Uhr morgens in der Nähe von zwei von mehreren Personen frequentierten Bushaltestellen befand.

„All diese Daten und die Beteiligung der Verantwortlichen müssen analysiert werden“, erklärt Bacci laut Alto Adige. Ihr zufolge könne bereits jetzt fahrlässige Tötung als potenzieller Straftatbestand benannt werden. „Die genauen Bewertungen werden wir dann vornehmen, sobald uns alle Elemente vorliegen“, so die Anwältin. Es kündigt sich ein Straf- und Zivilprozess an, doch die Eltern, die gerade ihre Tochter verloren haben, kümmern juristische Details derzeit wenig.

Stattdessen wollen die Eltern eine Spendenaktion ins Leben rufen, um die Reise in ihre Heimat anzutreten. Dort soll die Tochter nach der Beerdigung in Bozen beigesetzt werden. Eine Autopsie ist nicht vorgesehen. Die gesamte bengalische Gemeinschaft, aber auch andere Menschen spenden der Familie großen Trost, wie die Anwältin betont.

Die Ermittler suchen unterdessen immer noch nach Aufzeichnungen von Überwachungskameras, die den gesamten Ablauf des Unfalls erfasst haben. Bilder von Kameras, die bisher gesichtet wurden, zeigen offenbar nur einen Teil des Geschehens. Überprüft wird außerdem, ob das Handy des Lenkers eine Rolle bei dem Unfall gespielt haben könnte.

Bezirk: Bozen

Kommentare

Aktuell sind 4 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen