Welttag der psychischen Gesundheit

Netzwerk PSYNET fängt Menschen in psychischen Krisen auf

Samstag, 10. Oktober 2026 | 08:03 Uhr

Von: Matthias Knapp

Bozen – Der Welttag der psychischen Gesundheit ist für das Netzwerk psychischer Gesundheit im Südtiroler Sanitätsbetrieb Anlass zum Rückblick auf acht Jahre erfolgreicher Tätigkeit. Es wurde 2018 gegründet, um anstelle eines Departments ein demokratisches oberstes Gremium zu errichten, das von der Teilhabe von 13 Diensten lebt, und Verantwortung bei der Entstehung von kurzen Wegen für die Patienten übernimmt. Es hat bisher auch als wichtigste Instanz für die psychische Gesundheit wesentliche Anliegen einer guten Lösung nähergebracht.

Seit 2020 existiert eine von der Erwachsenenpsychiatrie unabhängige Kinderpsychiatrie, seit 2020 auch eine psychologische und psychiatrische Betreuung für Menschen mit Beeinträchtigung und für Flüchtlinge. Die schwierige Erfahrung der Corona-Krise hat das Netzwerk mit dem Zusammenschluss von 35 Organisationen unter dem Namen PSYHELP beantwortet, damals eine Website „Du bist nicht allein“ ins Leben gerufen und das psychologische Krisentelefon 800101800 etabliert. Beides sind Angebote, die inzwischen weiter gewachsen sind und heute helfend und vorbeugend wirken, obwohl PSYHELP nach drei Jahren intensiven Wirkens seine Tätigkeit wieder einstellen konnte.

Einen wesentlichen Beitrag leistet PSYNET zur Entwicklung des Netzwerkes EATNET, das in einem noch viel breiteren medizinischen Rahmen Essstörungen im Land behandelt, und Intensivstationen, Pädiatrien, Innere Medizin, Psychiatrien, Kinderpsychiatrie, Ernährungsmedizin und Psychologie zusammenschweißt, um eine möglichst geeignete Betreuung von Menschen mit Essstörungen zu ermöglichen. Dasselbe gilt für die Suizidprävention, die das Netzwerk zusammen mit Caritas und Forum Prävention stark ausgebaut hat.

Die neuen Herausforderungen der Schulpsychologie und der Basispsychologie bearbeitet das Netzwerk genauso kreativ wie die Umstellung auf gemeinsame Informationssysteme, die Telemedizin und die Verwendung von Künstlicher Intelligenz. Von Patienten, Mitarbeitern und der Politik wird dem Netzwerk viel Bürgernähe und Wirksamkeit bescheinigt. Es hat in fünf Jahren rund 30 Prozent Zuwachs an Patienten zu verzeichnen, was die Helfer selbstverständlich sehr fordert. Auch deren psychisches Gleichgewicht ist wichtig. Die Dienste für psychische Gesundheit müssen natürlich auch imstande sein, in ihren eigenen Reihen dafür zu sorgen.

In Zukunft setzt das Netzwerk auf weiteres organisches Wachstum. Je mehr Ressourcen für die psychische Gesundheit bereitgestellt werden, desto resilienter kann eine Gesellschaft werden. In der Schweiz werden dafür rund zehn Prozent der Ausgaben im Gesundheitswesen verwendet, bei uns sind es 5,5 Prozent. Selbsthilfevereinigungen wie Ariadne als Verband der Angehörigen oder Lichtung als Verbund der Betroffenen stellen den Einsatz für die psychische Gesundheit auf eine noch breitere Basis. Sie kooperieren exzellent mit dem Netzwerk PSYNET, wie die verschiedenen Veranstaltungen zum Tag der psychischen Gesundheit zeigen. Schwerpunkte sind heuer in Meran die Veranstaltungsreihe „Out Raus Fuori“, die Filmrserie von Ariadne in Bozen, Meran und Brixen in den folgenden Wochen und die Kunsttherapieausstellung „Ein Weg? Mein Weg!“ am Krankenhaus Bruneck am 11. November als Abschluss.

Bezirk: Bozen

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