Weniger Verdunstung durch kalte Nächte

Neusiedler See: Wasserstand kratzt am Tiefstwert aus 2022

Mittwoch, 30. September 2026 | 10:50 Uhr

Von: importer

Nach der Sommerhitze ist um den Neusiedler See der goldene Herbst angebrochen – für den Wasserstand bedeutet dies, dass er am Tiefstwert aus dem Jahr 2022 kratzt. Aktuell befindet sich der Wert mit 114,93 Meter über Adria nur noch vier Zentimeter darüber. Christian Sailer, Leiter des Hauptreferats Wasserwirtschaft im Amt der burgenländischen Landesregierung, hofft nun auf Winterniederschläge, denn die wären wichtig für die Grundwasserneubildung in der Region.

Aufgrund der Windverfrachtung sei zuletzt zwar der Fährverkehr etwa in Breitenbrunn eingeschränkt gewesen, Sailer verwies aber darauf, dass die Wassersportsaison am See ohnehin vorbei sei. Trotz der sehr milden Herbsttemperaturen verdunstet aktuell nicht so viel Wasser wie an einem Hitzetag im Sommer, da es in der Nacht stark abkühlt.

Gespräche mit Niederösterreich zur Wassersicherung

Er geht daher davon aus, dass sich der aktuelle Wasserstand etwa auf dem Niveau aus 2022 einpendelt. Die Entwicklung verlaufe derzeit parallel, so Sailer. Erst im darauffolgenden Frühjahr 2023 erholte sich der See vom seit 1965 gemessenen Tiefststand. Zentral wären die Niederschläge auch für die Grundwasserneubildung, betonte Sailer.

Was die angedachte Zuleitung von Wasser aus der Donau in den Neusiedler See betrifft, verwies das Büro von Landesrat Heinrich Dorner (SPÖ) auf die 2024 unterzeichnete Grundsatzvereinbarung der Länder Niederösterreich und Burgenland sowie dem Bund über die Sicherung der Wasserressourcen in der Ostregion. Die Gespräche dazu laufen auf Expertenebene, hieß es zur APA.

Für Herbstvogelzug nicht besorgniserregend

Für die Zugvögel, die auf ihrer Route in den Süden im Seewinkel halt machen, ist die Situation noch nicht besorgniserregend, da die für sie interessanten Sodalacken im Herbst ohnehin meist trocken seien, erklärte Nationalpark-Direktor Johannes Ehrenfeldner. Sollten die Niederschläge aber über den Winter weiterhin ausbleiben und sich die Lacken nicht füllen, wie es etwa 2022 und 2023 der Fall war, fliegen die Zugvögel gleich weiter und es findet hier auch keine Brut statt, gibt Ehrenfeldner zu bedenken.

Für den Herbstvogelzug ist die Situation jedenfalls noch nicht besorgniserregend, so der Nationalpark-Direktor. Vor rund zwei Wochen machten bereits die ersten Kraniche der Saison im Seewinkel Rast und Mitte Oktober ist dann mit dem großen Kranichzug zu rechnen.

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