Staatsanwaltschaft von Traunstein ermittelt gegen Tiroler Schützen

NS-Symbole auf Gewehren

Donnerstag, 23. Juli 2026 | 08:05 Uhr

Von: mk

Innsbruck/Traunstein – Der Fall der im Juni von der deutschen Polizei in einem Reisebus beschlagnahmten 34 historischen Gewehre von Tiroler Schützen nimmt eine neue Wende.

Bei Detailprüfungen stießen die deutschen Behörden in zwölf Fällen auf winzige, etwa fünf mal fünf Millimeter große Prägestempel aus der NS-Zeit, die ein kleines Hakenkreuz und den Wehrmachtsadler zeigen. Während die Staatsanwaltschaft Innsbruck das Ermittlungsverfahren wegen Wiederbetätigung mangels politischer oder ideologischer Absicht bereits nach wenigen Tagen eingestellt hat, laufen die Nachforschungen in Bayern weiter.

Die Staatsanwaltschaft von Traunstein untersucht derzeit laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Ansa, ob der Tatbestand des Verwendens oder der öffentlichen Verbreitung von NS-Symbolen vorliegt. Dies würde voraussetzen, dass die Zeichen vorsätzlich für eine unbestimmte Anzahl von Personen sichtbar waren.

Die Tiroler Schützen stellten klar, dass es sich ausschließlich um historische Stempelungen aus dem Zweiten Weltkrieg handelt, die aufgrund ihrer minimalen Größe mit bloßem Auge aus normaler Distanz nicht erkennbar seien. Die Verantwortlichen sicherten zu, dass die Prägungen umgehend entfernt würden, sobald die Waffen wieder ausgehändigt werden.

Unabhängig von den Stempelungen bleibt bei den deutschen Justizbehörden ein zweites Verfahren gegen 31 Schützen wegen unerlaubten Führens von Langwaffen offen. Zum Zeitpunkt der Polizeikontrolle in Bayern transportierten die Schützen die 34 Gewehre im Passagierraum des Busses – abgelegt zwischen den Beinen der Fahrgäste oder auf den Gepäckablagen. Gleichzeitig wurden die erforderlichen Papiere für den grenzüberschreitenden Waffentransport nicht mitgeführt.

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