Kontrollen der Finanzpolizei im Unterland

Schwarzarbeit nicht nur in der Landwirtschaft ein Problem

Mittwoch, 21. Oktober 2026 | 12:45 Uhr

Von: Matthias Knapp

Bozen/Neumarkt – Im Kampf gegen Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung haben Ermittler der Finanzpolizei von Bozen und Neumarkt im Südtiroler Unterland elf Saisonarbeiter aus dem Ausland ausgeforscht, die ohne jeglichen Arbeitsvertrag bei der Apfel- und Traubenernte mithalfen. Der Verantwortliche des Obstbaubetriebs wurde als Arbeitgeber zu einer Strafe von 40.000 Euro verdonnert.

Auch bei Verkehrskontrollen von Lastkraft- und Lieferwagen wurden die Finanzpolizisten fündig: In zwei Fällen saßen Fahrer oder Beifahrer am Steuer, die von ihren Transportunternehmen nie angestellt worden waren. Ein peruanischer Fahrer verfügte zudem über keinerlei Aufenthaltsgenehmigung. Sein Arbeitgeber wurde bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.

Zudem deckten die Finanzpolizisten in einem Restaurant im Unterland gleich mehrere Verstöße auf: Neben einer nicht funktionierenden Registrierkasse waren drei Türken und ein Iraker lediglich „schwarz“ beschäftigt. Der Inhaber muss nun eine Strafe von knapp 15.000 Euro zahlen.

Auch auf einer Baustelle hat die Finanzpolizei Kontrollen durchgeführt und ist dabei auf Unregelmäßigkeiten gestoßen. Diese bestanden in der mutmaßlich illegalen Auslagerung von Arbeitern im Rahmen eines Schein-Dienstleistungsvertrags. Die Inhaber sowie die gesetzlichen Vertreter der beteiligten Baufirmen wurden bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.

Angesichts des Anteils an Schwarzarbeitern in den kontrollierten Betrieben schaltete die Finanzpolizei das Arbeitsinspektorat der Autonomen Provinz Bozen ein. Für alle fünf betroffenen Arbeitgeber wurden Verfahren zur Aussetzung der Betriebstätigkeit eingeleitet.

Bezirk: Bozen, Überetsch/Unterland

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