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Nach Erfolgen im Kampf gegen die Waldbrände in Spanien hat Regierungschef Pedro Sánchez den nationalen Notstand wieder aufgehoben. Sánchez verkündete die Entscheidung am Donnerstag nach einer Sitzung mit den Verantwortlichen in den Regionen. Die Behörden hatten zuvor mitgeteilt, im Waldbrandgebiet nahe der Hauptstadt Madrid gebe es “kaum noch Flammen”, ein weiteres Feuer in der Region Avila sei stabilisiert.
Die Wetterbedingungen in der Nacht hätten für Abkühlung gesorgt. Seit Tagen habe es keine weitere Ausbreitung der Flammen mehr gegeben, Einsatzkräfte fänden nur noch wenige Glutstellen, erklärte die Präfektur im Großraum Madrid. Es gebe kaum noch “aktive Fronten” im Kampf gegen die Flammen. Nur für rund tausend Menschen gelte weiter eine Evakuierungsaufforderung, die meisten durften inzwischen in ihre Häuser zurückkehren.
Der wichtigste Brandherd befand sich am Donnerstag in der Nähe des Naturschutzgebiets San Juan, rund 60 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Auch in der Provinz Avila brannte es weiter. In der Nähe der Grenze zu Portugal brach ein weiteres Feuer aus. Die Präfektur wies außerdem darauf hin, dass angesichts der aktuellen Hitzewelle neue Brände drohten.
Drei neue Feuer
Drei neue Waldbrände halten die Feuerwehren in Spanien weiterhin in Atem. Die Feuer seien im Nordwesten des Landes in der Provinz León ausgebrochen, berichtete das staatliche Fernsehen TVE. Rund 300 Bewohner aus der Umgebung der Ortschaft San Cipriano hätten ihre Häuser verlassen müssen. Sie seien in Schulen und Turnhallen untergebracht worden. Rund 180 Kilometer südwestlich war zuvor bereits ein weiterer Brand in einem Naturpark in der Provinz Zamora nahe der Grenze zu Portugal ausgebrochen.
Wegen erheblicher Risiken für die Bewohner wurden bis Donnerstagfrüh zwölf Ortschaften sowie ein Campingplatz geräumt, meldete der Rundfunk. Rund 1.000 Menschen seien betroffen. An zwei Fronten hätten Feuerwehrleute und Helfer die Flammen inzwischen eindämmen können, teilte ein Sprecher der örtlichen Verwaltung mit.
León und Zamora, beide in der Region Kastilien-León gelegen, hatten schon im vergangenen Jahr schwere Brände erlebt, die Zehntausende Hektar Wald und Buschland zerstörten. Die neuen Feuer fallen mit der vierten Hitzewelle des Jahres zusammen, die mindestens bis Sonntag anhalten soll. Temperaturen von mehr als 40 Grad und starker Wind erschweren vielerorts die Löscharbeiten.
Erleichterung an anderer Stelle
Erleichterung herrschte unterdessen in der Provinz Castellón an der Levante-Küste: Der große Waldbrand im Gebiet Vall d’Uixó, nördlich von Valencia, konnte eingegrenzt werden und breitet sich nicht weiter aus, wie die Behörden mitteilten. Dort hatten Tausende Menschen evakuiert werden müssen. Ministerpräsident Pedro Sánchez wollte am Donnerstag das Katastrophengebiet in der Provinz Ávila besuchen, wo das bisher größte Feuer in der jüngeren Geschichte des Landes wütete. Rund 50.000 Hektar wurden dort verwüstet, das entspricht in etwa der Größe des Bodensees. Mittlerweile ist der Brand eingedämmt. Auch Ávila gehört zur schwer getroffenen Region Kastilien-León.
Auslöser des Brandes dort war nach Medienberichten ein großer Bagger mit Hydraulik-Hammer, der unerlaubterweise in der Gegend im Einsatz war, um einen Weg für das Vieh anzulegen. Bei den Arbeiten seien Funken entstanden, die das trockene Gestrüpp entzündet hätten, schrieb die Zeitung “El Mundo” unter Berufung auf die Polizei. Diese nahm den Besitzer vorübergehend fest und befragte ihn. Die Ermittlungen dauern noch an.
Evakuierte in Frankreich können zurück
In Frankreich können in der Zwischenzeit weitere 84.000 Evakuierte an der Atlantikküste in ihre Häuser zurückkehren, da sich die Waldbrandlage spürbar entspannt hat. Wie die Präfektin von Bordeaux, Sophie Brocas, am Morgen entschied, können die Bewohnerinnen und Bewohner von neun vorsorglich evakuierten Orten nach Hause zurück. Da die Waldbrände noch nicht vollkommen unter Kontrolle sind, wurden die Menschen allerdings aufgefordert, ihre Mobiltelefone für mögliche Anweisungen der Behörden eingeschaltet zu lassen und für eine mögliche erneute Evakuierung vorbereitet zu bleiben.
Insgesamt 224.000 Menschen waren in der Region evakuiert worden. Am Dienstagabend konnten bereits 60.000 Menschen in drei evakuierte Gemeinden zurückkehren. Außerdem werde in der betroffenen Region bei Bordeaux die seit Tagen gesperrte wichtige Autobahn A63 ab 14.00 Uhr wieder in beide Richtungen für den Verkehr freigegeben, kündigte die Präfektin an.
Wie der regionale Feuerwehrkommandant, Matthieu Jomain, zuvor erklärt hatte, entwickle sich die Lage positiv, aber man müsse weiterhin vorsichtig bleiben. Er berichtete, dass “die Nacht sehr ruhig verlaufen ist”, wobei die Brandfläche weiterhin bei 42.000 Hektar liege, “aber dennoch sechs neue Brandherde bekämpft wurden”. Regenfälle in der Region erleichterten die Löscharbeiten der Feuerwehr.




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