Von: importer
Nach dem Teileinsturz eines Gebäudes in der Wiener Innenstadt am Sonntagabend haben die Einsatzkräfte am Dienstag in Trümmern fieberhaft nach einer vermissten 85-jährigen Frau gegraben. Ausschlaggebend für die neue Suche waren eine Handyortung und “schwache Anzeichen” von Geräuschen. Die Suche gestaltete sich wegen der hohen Einsturzgefahr schwierig, sagte Feuerwehrsprecher Jürgen Figerl.
Zunächst war die Feuerwehr davon ausgegangen, dass sich keine weiteren Personen unter den Trümmern befinden. Bei dem Einsturz in der Färbergasse waren drei Verletzte geborgen worden. Nachdem die Schallortungsgruppe am Montag keine weiteren Hinweise auf Verschüttete festgestellt hatte, wurde die Personensuche vorläufig eingestellt.
Im Laufe des Montags rückte jedoch eine weitere Bewohnerin in den Mittelpunkt. Von der laut Polizei 85 Jahre alten Frau hatte es zunächst geheißen, sie halte sich an einem Nebenwohnsitz auf. Dort wurde sie allerdings nicht angetroffen. Daraufhin wurde ihr Mobiltelefon geortet. Die Ortung lieferte Hinweise darauf, dass sich die Vermisste möglicherweise im Bereich des Trümmer- und Schuttkegels des teilweise eingestürzten Hauses befinden könnte.
“Schwache Anzeichen” bei neuer Suche
Die Feuerwehr nahm die Suche daraufhin erneut auf. Spezialkräfte der Schallortungsgruppe sowie Rettungshunde wurden in die Gefahrenzone geschickt. Dabei seien “schwache Anzeichen” von Geräuschen wahrgenommen worden. Ob diese tatsächlich von einem Menschen stammen, war zunächst unklar. Wegen der Instabilität des Gebäudes, nachrieselnden Schutts und sich lösender Bauteile könnten die Wahrnehmungen “derzeit nicht eindeutig zugeordnet werden”, hieß es von der Feuerwehr.
Die Einsatzkräfte arbeiteten sich am Dienstag Stück für Stück durch die Trümmer. “Aktuell wird im Trümmer- und Schuttkegel gesucht. Es werden Gebäudeteile weg- und umgeschichtet, es wird Schutt entfernt. Auch sehr viele körperlich anstrengende Grabarbeiten werden durchgeführt, alles im akuten Gefahrenbereich”, sagte Figerl.
Wie weit die Einsatzkräfte bereits in Richtung des durch die Handyortung eingegrenzten Bereichs vorgedrungen waren, ließ sich laut Figerl nicht genau sagen. Die Wahrnehmungen der Rettungshunde erlaubten keine punktgenaue Lokalisierung. “Wer Suchhundeergebnisse kennt, weiß, dass Luftpartikel ja doch etwas weiter fliegen. Der exakte Punkt ist nicht lokalisierbar. Und dann weiß man auch nicht, wie tief diese Person ist”, erklärte der Feuerwehrsprecher.
Saugbagger räumt Schutt aus Gefahrenbereich
Seit den Nachtstunden unterstützt auch ein Saugbagger die Arbeiten. Mit dem Spezialgerät können Schutt und kleinere Ziegelbrocken über einen Schlauch aus dem Gebäude abgesaugt und außerhalb des Gefahrenbereichs gesammelt werden. Dadurch sollen die Einsatzkräfte bei der kleinteiligen Suche im Trümmerkegel unterstützt werden.
Mehrere Trupps waren gleichzeitig mit der Suche beschäftigt. Parallel dazu mussten das Gebäude und einzelne Bauteile laufend gesichert werden. Die Maßnahmen sollen verhindern, dass weitere Teile einstürzen und den Schutz der Suchmannschaften erhöhen. Das Gebäude gilt weiterhin als äußerst instabil.
Die Auswirkungen des Einsatzes sind auch rund um die Unglücksstelle weiter spürbar. Angrenzende Gebäude sind teilweise noch evakuiert, zudem bleiben Teile der Wiener Innenstadt wegen der anhaltenden Einsturzgefahr abgesperrt. Die Sperren führten im Stadtzentrum zu Verkehrsbehinderungen und Staus. Der Einsatzort in der Färbergasse befindet sich unmittelbar hinter der Feuerwache Am Hof.
Drei Menschen bei Einsturz verletzt
Der Teileinsturz hatte sich am Sonntag gegen 22.30 Uhr in einem Gebäude in der Färbergasse in der Wiener Innenstadt ereignet. In drei Geschoßen waren Decken eingebrochen. Eine 57-jährige Bewohnerin stürzte dabei aus dem dritten Stock ab und wurde unter Trümmern eingeschlossen. Erst nach einem stundenlangen Einsatz konnte sie von der Feuerwehr befreit werden.
Die 57-Jährige wurde schwer verletzt. Zwei weitere Personen erlitten leichte Verletzungen und wurden ebenfalls von den Einsatzkräften geborgen. Am Dienstag konzentrierte sich der Einsatz auf die Suche nach der vermissten 85-Jährigen. Die Arbeiten im Trümmerbereich dauerten an.




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