Lungenkrebs bleibt in Südtirol eine der häufigsten Krebstodesursachen

Südtiroler Krebshilfe appelliert: „Jeder Atemzug zählt“

Freitag, 31. Juli 2026 | 10:50 Uhr

Von: Matthias Knapp

Bozen – Atmen ist für uns selbstverständlich. Tausende Male am Tag holen wir Luft, ohne darüber nachzudenken. Erst wenn das Atmen schwerfällt, wird uns bewusst, wie wertvoll jeder einzelne Atemzug ist. Anlässlich des Weltlungenkrebstages macht die Südtiroler Krebshilfe auf eine Erkrankung aufmerksam, die auch in Südtirol weiterhin zu den größten Herausforderungen im Bereich der Onkologie zählt.

Nach den aktuellen Daten des Südtiroler Tumorregisters ist Lungenkrebs bei Männern die vierthäufigste und bei Frauen die dritthäufigste Krebserkrankung. Besonders alarmierend sind jedoch die Sterblichkeitszahlen: Bei Männern ist Lungenkrebs die häufigste krebsbedingte Todesursache, bei Frauen steht er an zweiter Stelle.

„Lungenkrebs zählt nach wie vor zu den heimtückischsten Krebserkrankungen“, erklärt Dr. Guido Mazzoleni, Präsident des Ärztebeirats der Südtiroler Krebshilfe. „Gerade in den frühen Stadien verursacht die Erkrankung häufig kaum Beschwerden. Viele Betroffene erhalten die Diagnose deshalb erst zu einem Zeitpunkt, an dem die Krankheit bereits fortgeschritten ist. Umso wichtiger sind Prävention, Gesundheitsbewusstsein und die Vermeidung von Risikofaktoren.“

Der wichtigste Risikofaktor bleibt nach wie vor das Rauchen. Die Mehrheit der Lungenkrebsfälle steht in direktem Zusammenhang mit dem Konsum von Tabakprodukten. Daneben können auch Belastungen durch Radon, Asbest, Luftverschmutzung oder bestimmte Schadstoffe am Arbeitsplatz das Risiko erhöhen.

SKH

Prävention bedeutet jedoch mehr als nur der Verzicht auf Nikotin. Regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und ein gesundheitsbewusster Lebensstil tragen wesentlich dazu bei, die allgemeine Gesundheit zu fördern und Risikofaktoren zu reduzieren.

Für Menschen, die mit dem Rauchen aufhören möchten, stehen im Südtiroler Sanitätsbetrieb professionelle Beratungs- und Entwöhnungsangebote in allen Gesundheitsbezirken zur Verfügung. Diese unterstützen Betroffene individuell auf ihrem Weg in ein rauchfreies Leben.

Der Weltlungenkrebstag bietet Anlass, über die Bedeutung von Prävention und die Verantwortung für die eigene Gesundheit nachzudenken.

„Wenn wir über Lungenkrebs sprechen, sprechen wir nicht nur über Statistiken“, betont Dr. Mazzoleni. „Wir sprechen über Menschen, Familien, Lebenspläne und Zukunftsperspektiven. Jede vorbeugende Maßnahme kann einen Unterschied machen.“

Die Südtiroler Krebshilfe lädt die Bevölkerung dazu ein, den Weltlungenkrebstag zum Anlass zu nehmen, über die eigene Gesundheit nachzudenken und bewusst Verantwortung für sich selbst zu übernehmen.

Denn hinter jeder Diagnose stehen Menschen, Familien und Lebensgeschichten. Hinter jeder erfolgreichen Prävention steht eine Entscheidung. Eine Entscheidung für das Leben. Jeder Atemzug zählt.

Lungenkrebs In Südtirol – Zahlen und Fakten

·         Bei Männern ist Lungenkrebs die vierthäufigste Krebserkrankung (9,3 Prozent aller Krebsneuerkrankungen).

·         Bei Frauen ist Lungenkrebs die dritthäufigste Krebserkrankung (7,3 Prozent aller Krebsneuerkrankungen).

·         Bei Männern ist Lungenkrebs die häufigste krebsbedingte Todesursache (19,2 Prozent aller Krebstodesfälle).

·         Bei Frauen ist Lungenkrebs die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache (13,5 Prozent aller Krebstodesfälle).

Bezirk: Bozen

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