Von: Lukas Unterkofler
Bozen – Wer am Donnerstag seinen Blick in den Abendhimmel über Südtirol gerichtet hat, konnte mit etwas Glück ein besonderes Naturschauspiel beobachten.
Über den Bergen türmten sich Föhnwolken auf – im Fachjargon Altocumulus lenticularis genannt. Begünstigt wurden sie von einer Nordströmung.
Am Donnerstag waren sie laut dem Landesmeteorologen Dieter Peterlin jedoch besonders faszinierend, weil sie in mehreren Schichten übereinander aufgetreten sind. Teilweise waren surreale Szenen in den Abendhimmel gemalt. Während es im Tal bereits dämmerte, schimmerten die Ufo-ähnlichen Wolkenformationen in der Abendsonne rot-orange.
“Die meisten dieser UFOs gab es im Norden Südtirols vor Sonnenuntergang”, so Peterlin. Aber auch im Meraner Raum war das Spektakel zu erblicken.

Das Phänomen ist wissenschaftlich einfach erklärbar: Altocumulus lenticularis sind linsenförmige Wolken, die entstehen, wenn feuchte und stabile Luft mit kräftigem Wind über ein Gebirge strömt. Hinter dem Berg entstehen stehende Luftwellen: Steigt die Luft in einem Wellenberg, kühlt sie ab, Wasserdampf kondensiert zu einer Wolke. Sinkt sie ab, erwärmt sie sich und die Wolke löst sich wieder auf.
Deshalb wirken die Wolken trotz Wind oft fast unbeweglich an derselben Stelle: Sie entstehen ständig neu an der gleichen Stelle der Welle. Bei mehreren übereinanderliegenden Luftschichten können mehrere solcher „Wolken-UFOs“ übereinander erscheinen.





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