Von: Matthias Knapp
Klausen – Den Carabinieri von Brixen und Bozen sowie der Brixner Finanzpolizei ist ein bedeutender Ermittlungserfolg gegen gewerbsmäßigen Betrug gelungen. Die Operation unter dem Namen „Karburant“, die bereits seit Juni lief, führte zur Aufdeckung eines ausgeklügelten Systems, bei dem sich ein Lkw-Fahrer und ein Tankstellenbetreiber auf Kosten eines bekannten Handelsunternehmens im Lebensmittelsektor bereichert haben sollen. Aufgrund eines Durchsuchungsbeschlusses der Bozner Staatsanwaltschaft wurden über 40.000 Euro Bargeld beschlagnahmt.
Gegen die beiden Verdächtigen wurde Anzeige wegen Missbrauch von bargeldlosen Zahlungsmitteln und fortgesetzten Betrugs erstattet. Nach bisherigen Erkenntnissen entnahm der Lkw-Fahrer aus Bosnien aus auf dem Betriebsgelände geparkten Firmenfahrzeugen vorübergehend deren Tankkarten.
Anschließend fuhr er zu einer Tankstelle in Klausen. Der Tankstellenpächter, der aus Albanien stammen soll, stellte am POS-Terminal fiktive Buchungen aus: Getankt wurde in Wahrheit nicht, doch dem Großhändler wurden Treibstoff und der Zusatzstoff AdBlue regulär in Rechnung gestellt. Der ergaunerte Betrag wurde als Bargeld ausgezahlt und unter den beiden Männern aufgeteilt.
Der bisher nachgewiesene Schaden beläuft sich auf mindestens 20.000 Euro, wobei die Ermittlungen noch andauern.
Bei der Durchsuchung der Tankstellenräume stießen die Ermittler auf eine beachtliche Bargeldsumme, die dort versteckt war: Insgesamt 41.050 Euro entdeckten die Ermittler in einem Tresor, zwischen den Seiten mehrerer Bücher, auf dem Dachboden sowie in Weinkisten. Da die Herkunft des Geldes nicht belegt werden konnte, wurde es präventiv beschlagnahmt.
Zusätzlich prüft die Finanzpolizei derzeit die Buchhaltung und den Realbestand des Treibstoffs an der Tankstelle auf weitere steuerrechtliche Verstöße. Bislang gilt die Unschuldsvermutung.




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