Von: Redaktion Südtirol News
Toblach – Rund 150 Teilnehmer kamen am Freitag und Samstag zu den 37. Toblacher Gesprächen ins Kulturzentrum Grand Hotel Toblach. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie viel Tourismus mit einer lebenswerten Region vereinbar ist. Damit knüpfte die Veranstaltung an eine Debatte an, die Hans Glauber bereits 1985 angestoßen hatte.
Zum Auftakt wurde der Dokumentarfilm “Schöne Aussicht (?)” von Karin Duregger gezeigt, der sich mit den Auswirkungen des Übertourismus beschäftigt. Am Samstag ging es um die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen der touristischen Entwicklung.
Wachstum und Lebensqualität
Mehrere Referenten stellten die Perspektive der einheimischen Bevölkerung in den Mittelpunkt. Thematisiert wurden unter anderem steigende Wohnkosten, die Belastung des öffentlichen Verkehrs, Saisonarbeit und die Verteilung der wirtschaftlichen Gewinne. Die Journalistin Cristina Nadotti stellte zudem die Aussagekraft von Ankünften und Übernachtungen als alleinige Maßstäbe für den Erfolg des Tourismus infrage.
Auch die Auswirkungen auf Landschaft und Ortsbilder wurden diskutiert. Claudia Plaikner vom Heimatpflegeverband sprach vom Verlust vertrauter Lebensräume und der Frage, wie viel Tourismus mit einem lebenswerten Südtirol vereinbar ist.
“Wert statt Menge”
IDM-Marketingdirektor Wolfgang Töchterle plädierte unter dem Leitgedanken “Wert statt Menge” für eine gezieltere Tourismusentwicklung. Dazu gehörten längere Aufenthalte, eine bessere Verteilung der Gäste über das Jahr, Besucherlenkung und mehr Anreisen mit der Bahn.
Auch die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Tourismus wurde thematisiert. Als Beispiel wurde das Projekt “Eggental Taste Local” genannt, bei dem landwirtschaftliche Betriebe Hotels und Restaurants direkt mit regionalen Produkten beliefern.
In der abschließenden Diskussion ging es erneut um Wohnraum, die Situation der Beschäftigten und die politische Steuerung des Tourismus. Hans Heiss sprach sich dafür aus, die Bevölkerung stärker in die Tourismuspolitik einzubeziehen.
Die Toblacher Gespräche sollen künftig über die Hauptveranstaltung hinaus weitergeführt werden. Das Archiv wird digitalisiert, zudem sind Satellitenveranstaltungen geplant. Die nächste Haupttagung findet vom 21. bis 23. Mai 2027 statt.






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