Erste Zeugen sagen aus

Tödlicher Unfall am Mazzini-Platz: “Betonmischer fuhr bei grüner Ampel los”

Mittwoch, 28. Oktober 2026 | 09:59 Uhr

Von: Lukas Unterkofler

Bozen – Im Prozess um den tödlichen Verkehrsunfall am Mazzini-Platz in Bozen vom 24. November 2022 sind am Dienstag die ersten Zeugen gehört worden. Bekanntermaßen war vor nahezu vier Jahren die 34-jährige Mathematiklehrerin Margherita Giordano im Kreuzungsbereich von einem Betonmischer erfasst worden. Die Frau starb noch an der Unfallstelle. Vor Gericht muss sich ein 54-jähriger Lkw-Fahrer aus dem Trentino wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung im Straßenverkehr verantworten.

Bei der Verhandlung vor Richter David Cognolato schilderten ein Radfahrer und zwei Mitarbeiter des Weißen Kreuzes ihre Erinnerungen an den Unfall. Der damals 33-jährige Radfahrer war vor drei Jahren ebenfalls an jener Kreuzung unterwegs, als die Ampel für den Verkehr auf Grün schaltete. Er und der Betonmischer seien nahezu gleichzeitig losgefahren. Während er geradeaus weiterfuhr, bog der Lastwagen in Richtung Freiheitsstraße ab. Erst nachdem er die Kreuzung passiert hatte, hörte er einen lauten Knall. Als er umkehrte, lag die Frau bereits auf der Straße. Er erklärte, die Ampel für den motorisierten Verkehr habe früher auf Grün geschaltet als jene für Fahrräder.

Alto Adige

Zwei zufällig vorbeikommende Mitarbeiter des Weißen Kreuzes, die gerade von einem anderen Einsatz zurückkehrten, berichteten ebenfalls von ihren Beobachtungen. Die 34-Jährige sei bewusstlos gewesen und habe nicht mehr geatmet. Die Rettungskräfte versuchten, sie wiederzubeleben, konnten ihr Leben aber nicht retten.

Besonders schwer war die Verhandlung für die Eltern der Verstorbenen, Salvatore und Giuseppina Giordano, die eigens aus Neapel angereist waren. Sie kritisierten, dass die Kreuzung erst nach dem Tod ihrer Tochter umgestaltet worden sei. Inzwischen wurde die Ampelquerung entlang der Freiheitsstraße um sechs Meter verlegt. Die Familie hatte auch gegen die Gemeinde Anzeige erstattet. Dieser Verfahrensteil wurde jedoch abgetrennt. Im laufenden Prozess ist allein der Lkw-Fahrer angeklagt. Als Nebenkläger tritt der Lebensgefährte der Verstorbenen auf, der als Gerichtsmediziner am Unfallort eingetroffen war und dort seine Partnerin erkannte.

Die nächste Verhandlung ist für den 15. Dezember angesetzt. Am 16. März soll der Gutachter gehört werden.

Bezirk: Bozen

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