Pendler am Limit - Land kündigt Baustellen an

Wachsender Ärger über Südtiroler Zugverkehr

Sonntag, 11. Oktober 2026 | 09:49 Uhr

Von: Lukas Unterkofler

Bozen – Pendler in Südtirol beklagen sich massiv über den Bahnverkehr. Züge verspäten sich häufig, werden kurzfristig gestrichen oder sind so überfüllt, dass viele keinen Sitzplatz finden, während die Informationen über Störungen oft unzureichend oder falsch sind. Verärgerte Meldungen von Öffi-Nutzern in Südtirol erreichen regelmäßig auch die Redaktion von Südtirol News.

Besonders ärgerlich sei demnach, dass Züge regelmäßig ausfielen oder sich um zehn bis 15 Minuten verspäteten. Fahrgäste müssten deshalb teilweise schon frühere Verbindungen nehmen und fänden dennoch überfüllte Waggons vor.

Landtagsrat Daniel Alfreider räumt gegenüber der Zeitung Alto Adige ein, dass der wachsende Unmut auch an höchster Stelle angekommen sei. Er hat die Betreiber Trenitalia und Sad zu Gesprächen einberufen. Man müsse an den Missständen dringend arbeiten.

Als Hauptprobleme nennt er die Infrastruktur, notwendige Baustellen, krankheitsbedingter Personalmangel, neue technische Probleme etwa auf der elektrifizierten Vinschgerbahn sowie einen Personalmangel von rund 50 Mitarbeitern, der sich durch bevorstehende Pensionierungen noch verschärfen dürfte.

Zusätzlich sorgten Unfälle an Bahnübergängen, Wildtiere, technische Schäden und auch Erdrutsche immer wieder für Unterbrechungen.

Als zentrale Herausforderung identifiziert Alfreider aber die veraltete Bahninfrastruktur. Modernisierungen seien notwendig, die damit verbundenen Baustellen würden aber zwangsläufig zu Einschränkungen führen. Für Arbeiten standen beispielsweise vom 18. Juli bis zum 1. August keine Züge zwischen Brixen, Bozen und dem Brenner zur Verfügung. Ersatzbusse sollten die Mobilität sicherstellen.

Die Provinz arbeitet derzeit an einer neuen, 1,7 Milliarden Euro schweren Ausschreibung für den Schienenverkehr über 15 Jahre. Ein erster Anlauf war nach Rekursen vor dem Verwaltungsgericht und dem Staatsrat gescheitert.

Das Land hat nach Angaben des Mobilitätslandesrats zudem 700 Millionen Euro aus europäischen und staatlichen Mitteln für Infrastrukturarbeiten erhalten.

Verbesserungen sind somit geplant, doch die dafür notwendigen Bauarbeiten dürften weitere Einschränkungen unvermeidlich machen.

Bezirk: Bozen

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