Von: Matthias Knapp
Bozen – Die Ständige Beobachtungsstelle über die Wasserressourcen im Einzugsgebiet der Etsch hat erneut über die Situation der Wasserversorgung befunden. Bei der Sitzung am 23. September wurde die Aufmerksamkeitsstufe zur Trockenheit für die Oberflächengewässer im gesamten Einzugsgebiet wieder auf “gering” gesenkt. Der Rückgang des Wasserbedarfs in der Landwirtschaft, das Abflauen der touristischen Saison und die nun signifikant kühleren Temperaturen mit mehreren Niederschlägen haben diesen Schritt ermöglicht.
Für das Veneto und Friaul-Julisch-Venetien besteht im Hinblick auf die Grundwasservorkommen weiterhin die “mittlere” Aufmerksamkeitsstufe.
Für Südtirol bedeutet dies, dass der Wassernotstand aufgehoben ist. Dieser war auf Empfehlung der Wassernotstandskommission des Landes von Landeshauptmann Arno Kompatscher mit einer Notstandsverordnung am 20. Juli ausgerufen worden, nachdem die Ständige Beobachtungsstelle über die Wasserressourcen am 15. Juli die Warnstufe für die Wasserknappheit von “gering” auf “mittel” angehoben hatte. Gründe für die Entscheidung waren die sehr hohen Temperaturen, die sehr geringen Niederschläge, die hohe Wassernachfrage und die vollständig aufgebrauchten Schneemengen gewesen. Damit sollte im Unterlauf der Etsch eine Beeinträchtigung der Trinkwasserversorgung vermieden und Mindestreserven für die landwirtschaftliche Produktion garantiert werden.
Dank an Bevölkerung und Energieunternehmen
“Land und Gemeinden haben in der Zeit des Wassernotstands sehr gut zusammengearbeitet und auch die Südtirolerinnen und Südtiroler haben große Sensibilität bewiesen”, betont Landeshauptmann Arno Kompatscher. „Die Tatsache, dass der Wassernotstand nach der Trockenperiode im Sommer erst jetzt aufgehoben wird, zeigt, wie lange die Umwelt benötigt, um sich von solchen Krisen zu erholen.“
Ein großer Dank an die Bevölkerung kommt auch von Umwelt-, Natur-, Klimaschutz- und Energielandesrat Peter Brunner. Er hebt zudem den bedeutenden Anteil der Energieunternehmen an der Bewältigung der Krise hervor: “Alperia in Südtirol und Dolomiti Energia im Trentino haben hier Herausragendes geleistet. Südtirol und das Trentino haben ihre Verantwortung zur solidarischen Zusammenarbeit wahrgenommen.” Eine Maßnahme hatte vorgesehen, dass Alperia bei den strategischen Staubecken in Südtirol (Vernagt, Reschen, Zoggler, Zufritt) das sogenannte Hydropeaking, also das schwallartige Ansteigen und Abfallen des Wasserabflusses, in der Etsch reduziert und einen möglichst gleichmäßigen Abfluss garantiert. Damit konnte im Mündungsgebiet der Etsch der Rückfluss aus der Adria minimiert und die Trinkwasserquellen im Nahbereich vor Verunreinigung geschützt werden.
Die Gefahr sei damit aber noch nicht gebannt, unterstreicht Brunner: “Wir hoffen auf einen feuchten Herbst bzw. einen kalten Winter mit verteilten Schneefällen, denn ein weiterer trockener Winter würde die Situation im nächsten Sommer noch verschlimmern. Unabhängig davon muss der nachhaltige und sparsame Umgang mit der Ressource Wasser zur Selbstverständlichkeit werden. Es gilt, weiterhin aufmerksam zu bleiben.”




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