Immer mehr Fälle von Halloween-Naschereien mit Metall

Weitere Fälle von präparierten Süßigkeiten angezeigt

Mittwoch, 04. November 2026 | 12:30 Uhr

Von: importer

Bis Mittwochmittag sind österreichweit insgesamt 14 Fälle von manipulierten Halloween-Süßigkeiten bekannt geworden. Die gesammelten Naschereien seien “im vergleichbaren Modus Operandi” mit spitzen, metallischen Gegenständen präpariert gewesen, berichtete das Bundeskriminalamt. Seit Dienstag wurden somit sechs weitere Fälle angezeigt. In Wien gibt es einen ersten Verdacht. Bisher wurde noch kein Fall angezeigt, der eine medizinische Versorgung erfordert hätte.

Das sind die neu gelegten Anzeigen: In Niederösterreich wurden drei zusätzliche Fälle in den Bezirken Bruck an der Leitha, Amstetten und Melk (Loosdorf) bekannt. In der Steiermark kamen zwei weitere Fälle in den Bezirken Murtal und Leibnitz hinzu. Ein zusätzlicher Fall wurde in Oberösterreich in Linz angezeigt.

Allein in der Steiermark bisher sechs Anzeigen

Damit verteilen sich die bisher bekannten Fälle auf Niederösterreich (vier), Oberösterreich (drei), Salzburg (einer) und die Steiermark (sechs). Im Bezirk Leibnitz war bereits Montagabend eine Nascherei mit Metall gefunden worden, damit sind in dem Bezirk nun zwei Fälle zu verzeichnen. Bei einem der beiden nun bekannt gewordenen steirischen Fälle war eine Mutter durch die Berichterstattung der vergangenen Tage aufmerksam geworden. Bevor sie die Naschsachen ihren Kindern gab, brach sie die Süßigkeiten auf und fand das Metall darin.

Ebenfalls auf eine durch die Berichte alarmierte Mutter geht der erste Verdachtsfall in der Bundeshauptstadt zurück. Offenbar entdeckte diese in einem Schokoladenbonbon eine Schraube. Nachdem die Frau darüber auf Facebook gepostet hatte, dürfte sich die Polizei in den Donaustädter Fall eingeschaltet und mit der Mutter Kontakt aufgenommen haben. Anzeige lag bis Mittwochvormittag noch keine vor, das dürfte sich aber bald ändern. “Es ist ein Verdachtsfall bekannt. Wir nehmen das sehr ernst, der Fall wird geprüft”, sagte Polizeisprecherin Irina Steirer auf APA-Anfrage.

Die öffentliche Sensibilisierung sei wichtig, betonte das Bundeskriminalamt, das die Ermittlungen in der “SOKO Treat” bündelt. Die Medienberichterstattung trage “zur Aufklärung bei”.

Funde auch in Nieder- und Oberösterreich

Die am Mittwoch neu bekannt gewordenen Fälle in Niederösterreich betreffen den Bezirk Bruck an der Leitha sowie die Ortschaften Amstetten und Loosdorf (Bezirk Melk), konkretisierte Polizeisprecher Johann Baumschlager auf APA-Anfrage. Es seien metallische Gegenstände in den Süßigkeiten entdeckt worden, verletzt wurde niemand. Bereits am Montag war in Winklarn (Bezirk Amstetten) ein Fall aufgetaucht. Dort war eine Zehnjährige durch einen Biss in eine Minischokolade, in der eine Nadel versteckt war, leicht im Mund verletzt worden.

Im Linzer Stadtteil Ebelsberg entdeckte Dienstagnachmittag ein 28-Jähriger einen manipulierten Schokoriegel. In der Süßigkeit, die seine Kinder – acht und vier Jahre alt – zu Halloween gesammelt hatten, steckte eine Schraube, berichtete die Landespolizeidirektion. Alarmiert durch ein Video auf Social Media, in dem auf die in den vergangenen Tagen entdeckten Manipulationen aufmerksam gemacht wurde, hatte der 28-Jährige die Süßigkeiten, die seine Kinder heimgebracht hatten, überprüft. Woher der betroffene Riegel stammt, konnte laut Polizei bisher nicht nachvollzogen werden, verletzt wurde niemand. In Linz waren bereits am Montag Süßigkeiten mit Nägeln aufgetaucht, allerdings in einem anderen Stadtteil.

Polizei mahnt zur Vorsicht

Die Polizei erneuert ihren Warnhinweis. Eltern und andere Erziehungsberechtigte sollen mit ihren Kindern die zu Halloween gesammelten Süßigkeiten sorgfältig kontrollieren. Verdächtige Naschereien sollten keinesfalls verzehrt werden. Offensichtlich manipulierte Süßigkeiten soll man samt Verpackung aufbewahren und der Polizei melden. Aufgefundene Fremdkörper sollen nicht entfernt oder verändert werden, um mögliche Spuren für die kriminalpolizeilichen Ermittlungen zu sichern.

Auch im benachbarten Ausland sind, wie in den Vortagen, weitere Fälle gemeldet worden. Im Raum Neutraubling (Landkreis Regensburg) in Bayern etwa wurden laut Deutscher Presseagentur (dpa) zwei Mal in gesammelten Naschereien Nadeln und Reißnägel gefunden. Im schwäbischen Stätzling bei Friedberg (Landkreis Aichach-Friedberg) entdeckten Eltern ein Kaubonbon, in dem eine Nadel steckte. Verletzt wurde niemand. Das bayerische Landeskriminalamt zähle dieses Jahr deutlich mehr mit Nadeln, Schrauben oder Nägeln gespickte Süßigkeiten als in den Vorjahren, hieß es.

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