Von: Lukas Unterkofler
Limone – Am Gardasee ist ein stiller Überfall im Gange, den man nur beim genauen Hinsehen bemerkt. Der invasive Rote Amerikanische Sumpfkrebs bedroht laut WWF zunehmend die Artenvielfalt und die Uferbereiche des Gardasees.
Besonders im Herbst breitet sich die ursprünglich aus Nordamerika stammende Krebsart, der auch Louisiana-Flusskrebs gennant wird, über Wasserläufe, Tümpel und überschwemmte Flächen aus.
Der WWF Bergamo Brescia schlägt nun Alarm: In kleinen Zuflüssen am mittleren und südlichen Gardasee nimmt der Bestand des Roten Louisiana-Sumpfkrebses immer weiter zu. Ein Video der Umweltschützer zeigt einen betroffenen Wasserlauf, in dem heimische Wassertiere zunehmend von der eingeschleppten Art verdrängt werden. Die Krebsart ist seit mehr als 20 Jahren am Gardasee präsent.
Der Allesfresser ernährt sich unter anderem von Fischlarven, Jungfischen, Eiern und wirbellosen Tieren. Auch Unterwasserpflanzen werden gefressen. Dadurch können Lebensräume geschädigt, die Wassertrübung verstärkt und die Bestände von heimischen Fischen, Amphibien und Insekten beeinträchtigt werden. Zudem graben die Tiere Gänge in die Uferböschungen, wodurch diese geschwächt werden können.
Gefahr für heimische Krebsarten
Eine besondere Bedrohung stellt der Louisiana-Sumpfkrebs für den heimischen Edelkrebs dar. Laut WWF kann die invasive Art die Krebspest übertragen, eine Infektionskrankheit, die ganze Bestände einheimischer Flusskrebse vernichten kann.
Freiwillige des WWF Bergamo Brescia überwachen die Feuchtgebiete am Gardasee, um die Ausbreitung zu dokumentieren und Gegenmaßnahmen zu unterstützen. Der Rote Sumpfkrebs gilt als invasive Art von unionsweiter Bedeutung. Seine Zucht, sein Transport und das Aussetzen in der Natur sind verboten.
Der WWF ruft die Bevölkerung dazu auf, keine fremden Wassertiere freizusetzen und Stiefel sowie Ausrüstung beim Wechsel zwischen Gewässern gründlich zu reinigen und zu trocknen. Neue Vorkommen sollten den zuständigen Stellen gemeldet werden. Ziel ist es, eine weitere Ausbreitung und irreversible Schäden an den heimischen Ökosystemen zu verhindern.




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