Von: Lukas Unterkofler
Bozen – Der Markt für Pflegeprodukte für Hunde und Katzen wächst rasant. Doch nicht jedes Shampoo, jeder Balsam oder jedes Parfüm ist für die Tiere geeignet, warnen Forscher der Universität Bern und der Universität Federico II in Neapel. Sie fordern mehr wissenschaftliche Untersuchungen, die speziell auf die Anatomie und Physiologie von Haustieren zugeschnitten sind.
Der weltweite Markt für Tierpflegeprodukte überschritt 2025 die Marke von 15 Milliarden US-Dollar und könnte bis 2033 auf 24,8 Milliarden Dollar wachsen. Mit der Entwicklung des Marktes hält die wissenschaftliche und rechtliche Regulierung laut den Forschern allerdings nicht Schritt. Viele Bewertungen würden sich an Erkenntnissen aus der Humanmedizin orientieren, was bei Hunden und Katzen nicht ohne Weiteres zulässig sei.
Besonders empfindlich ist demnach die Haut der Tiere. Sie ist dünn, weist zahlreiche Haarfollikel und Drüsen auf und erneuert sich relativ schnell. Häufiges Waschen könne die Hautbarriere und den Feuchtigkeitshaushalt beeinträchtigen. Aggressive Reinigungsmittel oder nicht vollständig ausgespülte Rückstände könnten Trockenheit und Reizungen verursachen. Hinzu kommt: Hunde und Katzen lecken ihr Fell regelmäßig und können dadurch Rückstände von Shampoo oder Pflegeprodukten aufnehmen.
Auch bei Parfüms ist Vorsicht angebracht. Wegen ihres deutlich empfindlicheren Geruchssinns können Duftstoffe für Tiere unangenehm sein und Stress auslösen. Die Forscher plädieren deshalb für Produkte, bei denen das Wohlbefinden der Tiere stärker berücksichtigt wird. Dazu gehören möglichst geringe Duftbelastung, wenig Rückstände, kurze Trocknungszeiten sowie die Vermeidung von Haut-, Augen- und Atemwegsreizungen. Auch Felltyp, Bürsten und die individuelle Verträglichkeit des Waschens sollten bei der Pflege berücksichtigt werden.




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