Mitte-Rechts-Parteien und Erzeuger empört: „Lokale Spitzenprodukte benachteiligt“ – VIDEO

Heftiger Streit: “Schweinespezialitäten aus Schulmensa verschwunden!”

Dienstag, 06. Oktober 2026 | 07:10 Uhr

Von: Martin Geier

Piacenza – In Piacenza ist eine heftige politische und regionale Debatte um Tradition und Sicherheit entbrannt, nachdem Schweinefleisch und traditionelle Wurstwaren wie Nacken, Lende und gekochter Schinken aus dem neuen Herbst-Winter-Speiseplan der Schulmensen gestrichen worden waren.

Die von der Schulmensenkommission – bestehend aus der Stadtverwaltung und der Gesundheitsbehörde – beschlossene Regelung, die am 20. Oktober 2026 in Kraft treten soll, hat sofort scharfe Reaktionen von Mitte-Rechts-Parteien und lokalen Erzeugern ausgelöst. Die Kritiker werfen der Stadtgemeinde vor, die Fleisch- und Wurstwarentradition einer Region auslöschen zu wollen.

Instagram/Consorzio di Tutela Salumi DOP Piacentini

Politiker von Fratelli d’Italia und der Lega behaupten, die Entscheidung sei getroffen worden, um die religiösen Gefühle muslimischer Schüler zu schonen, und sprechen von einem unzulässigen Verzicht auf die kulturelle Identität. Auch das Konsortium der DOP-Wurstwaren in Piacenza ist empört: „Damit werden lokale Spitzenprodukte benachteiligt.“ Die Stadtverwaltung weist die Vorwürfe jedoch entschieden zurück und erklärt: „Religion spielt dabei keine Rolle, denn muslimische Kinder erhalten bereits ihr eigenes Menü. Wir haben die Schweinelende gestrichen, weil sie zu zäh ist, und bei der Coppa gab es einen Erstickungsvorfall.” Unterdessen geht der Streit munter weiter.

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Schweinefleisch und einige Wurstwaren sind vom neuen Herbst-Winter-Speiseplan der Schulmensen in Piacenza gestrichen worden. Diese Entscheidung der Kantinenkommission, der sowohl die Stadtverwaltung als auch die Gesundheitsbehörde angehören, stößt bei der Mitte-Rechts-Koalition und den Wurstwarenherstellern der Region auf heftige Kritik. Auf dem neuen Speiseplan fehlen nun Schweinelenden-Schnitzel, Coppa mit Robiola und gekochter Schinken.

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Es war die Stadträtin Sara Soresi von der Partei „Fratelli d’Italia“, die auf dieses Thema aufmerksam wurde. Ihr fiel auf, dass „seit dem 20. Oktober Schweinefleisch nicht mehr auf dem Speiseplan der Schulmensen in Piacenza auftaucht”. Die Oppositionsstadträtin wies darauf hin, dass Lebensmittel wie Coppa, Lende und gekochter Schinken, die im Menü des letzten Jahres noch enthalten waren, nun verschwunden sind. Sie bat um Erklärungen zu den Gründen für diese Entscheidung.

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„Und man soll mir nicht erzählen, dass diese Entscheidung durch ernährungsphysiologische Erfordernisse bedingt sei, wie es die Stadtverwaltung versucht hatte zu rechtfertigen, als vor zwei Jahren in der Nachbarstadt Lodi ein ganz ähnlicher Fall auftrat: Wenn es sich lediglich um eine Frage der Ernährung handelte, wäre es schwer zu erklären, warum ausgerechnet und ausschließlich Schweinefleisch gestrichen wurde“, übt Sara Soresi auf ihrer Instagram-Seite heftige Kritik.

Instagram/Sara Soresi – Fratelli D’Italia

Der für Bildungspolitik zuständige Assessor der Stadtgemeinde Piacenza, Mario Dadati, schloss jeglichen Zusammenhang mit religiösen Fragen aus. „Stadträtin Soresi instrumentalisiert eine eigenständige Entscheidung der Schulen und der Ernährungsfachleute, um das Feuer der Islamisierung in den Schulen anzufachen“, betonte der Stadtrat. „Seit langem gibt es spezielle Speisepläne für Kinder muslimischen Glaubens. Aus diesem Grund haben religiöse Aspekte keinerlei Einfluss auf die Speisepläne für diejenigen, die keine besonderen Bedürfnisse dieser Art haben.“

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Daraufhin erläuterte der Stadtrat die fachlichen Gründe für die Änderungen. So sei die Schweinelende durch Kalbfleisch ersetzt worden, da das Fleisch manchmal zäh und „faserig“ gewesen sei. Die Schweinenackenwurst Coppa wurde hingegen nach einem Erstickungsvorfall, bei dem ein Kind betroffen war, von der Karte genommen. Dieser konnte glücklicherweise dank einer Rettungsmaßnahme zur Befreiung der Atemwege ohne Folgen behoben werden. Was den gekochten Schinken betrifft, der auf dem Frühlingsspeiseplan stand, so wurde er durch den Käse Provolone ersetzt.

Die gegebenen Erklärungen stießen jedoch bei den lokalen Erzeugern, dem Konsortium der Piacentiner Wurstwaren mit geschützter Ursprungsbezeichnung (DOP), auf erhebliche Verwunderung und Ablehnung. Der Vorsitzende Antonio Grossetti erklärte, er habe die Nachricht aus den lokalen Medien erfahren und sofort ein Treffen mit der Bürgermeisterin von Piacenza, Katia Tarasconi, beantragt, die sich dafür zur Verfügung gestellt habe.

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„Es wurde das Risiko des Verschluckens für Kinder angeführt. Dabei führen wir vom Landwirtschaftsministerium finanzierte Projekte durch, um unsere Traditionen auch in Grundschulen und Kochschulen weiterzugeben, und nun kommt es zu so etwas.“

Schließlich machte der Vorsitzende des Konsortiums keinen Hehl aus seiner Enttäuschung über eine Entscheidung, die symbolträchtige Produkte der Region Piacenza betrifft. „Wir sind sehr betrübt über diese Nachricht“, fügte er hinzu und betonte, dass diese Entscheidung „das Risiko birgt, ein landwirtschaftliches und kulinarisches Erbe zu benachteiligen, das zu den lokalen Spitzenprodukten zählt.“

Auch die Lega hat sich zu dieser Angelegenheit geäußert. Die Senatorin Elena Murelli aus Piacenza hat die Stadtverwaltung und die zuständige Gesundheitsbehörde um eine Erklärung gebeten. „Ich bin nicht einverstanden mit einer Entscheidung, die letztendlich das Speiseangebot verarmt und die Gefahr birgt, Produkte zu verbannen, die eng mit der Kultur und Tradition unserer Region verbunden sind“, so Murelli.

Instagram/Consorzio di Tutela Salumi DOP Piacentini

Der Stadtrat der Lega, Luca Zandonella, fügte hinzu: „Aufgrund unserer Geschichte und Tradition ist es für uns inakzeptabel, Schweinefleisch aus den Mensen zu entfernen. Wir warten noch immer auf eine angemessene Antwort. Wenn die bisher veröffentlichten Teilbegründungen der Wahrheit entsprechen, dürfte es keine Probleme geben, Schweinefleisch wieder einzuführen. Sollte dies nicht der Fall sein, würde sich hingegen bestätigen, dass hinter dieser Entscheidung andere, nicht veröffentlichte Gründe stehen.“ Auch Futuro Nazionale griff die Stadtverwaltung an und sprach von einer „ideologischen Fehlentwicklung“.

Facebook/Katia Tarasconi

Die Bürgermeisterin von Piacenza, Katia Tarasconi, reagierte auf die Kritik in den sozialen Medien mit einem ironischen Beitrag, in dem sie sich auf Instagram beim Verzehr eines großen belegten Brotes mit Coppa zeigte. „Einige nutzen die Coppa, um zu behaupten, dass wir die Kinder in den Schulmensen ‚islamisieren‘ würden. Das ist eine absurde Lüge. Die Speisepläne werden von Ernährungsberatern und Fachleuten der Gesundheitsbehörde auf der Grundlage von Ernährungskriterien, Lebensmittelsicherheit und Akzeptanz bei den Kindern erstellt. Religion spielt dabei keine Rolle. Für diejenigen, die ethisch-religiöse Bedürfnisse haben, gibt es bereits spezielle Ernährungspläne“, weist die Bürgermeisterin jegliche Kritik entschieden zurück.

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Doch gerade in den sozialen Medien nimmt die hitzige Debatte über „Islamisierung“, Tradition und Sicherheit weiter an Fahrt auf. Während Befürworter die Erklärungen und Argumente des Assessors und der Bürgermeisterin für nachvollziehbar halten, sprechen Kritiker von einer „schleichenden Islamisierung unter dem Deckmantel der Ernährungswissenschaft“.

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