Der kleinste "Vulkan" der Welt am Monte Busca

Hier brennt in Italien ein Feuer auch bei Regen weiter

Freitag, 02. Oktober 2026 | 08:33 Uhr

Von: Sophia Molitor

Tredozio – Im toskanisch-emilianischen Apennin im Gemeindegebiet von Tredozio in der Provinz Forlì-Cesena sorgt ein ungewöhnliches Naturphänomen seit Jahrhunderten für Staunen. Auf dem Berg „Monte Busca“ brennt eine kleine Flamme scheinbar ununterbrochen aus dem Boden. Der Ort liegt auf rund 740 Metern Höhe und wird wegen seiner ungewöhnlichen Erscheinung häufig als „kleinster Vulkan der Welt“ bezeichnet. Auch die Namen „Buca del Diavolo“ – frei übersetzt Teufelsgrube – und „Inferno“, was Hölle bedeutet, verweisen auf die geheimnisvolle Atmosphäre des Ortes.

Aus rein geologischer Sicht trifft die Bezeichnung Vulkan nicht ganz zu, denn dem Monte Busca fehlt eine Magmakammer; es handelt sich deshalb eher um eine sogenannte „brennende Quelle“. Aus Rissen im Untergrund tritt kontinuierlich Erdgas, vor allem Methan und andere Kohlenwasserstoffe, aus. Sobald das Gas mit Sauerstoff in Kontakt kommt, entzündet es sich und bildet eine Flamme. Diese brennt auch bei Regen, Wind und Schnee dauerhaft weiter.

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Das Phänomen ist seit langer Zeit bekannt und die erste schriftliche Erwähnung darüber stammt aus dem 16. Jahrhundert. Eine besonders kuriose Episode ereignete sich 1939 während des faschistischen Regimes. Unter der Regierung von Mussolini, als er versuchte, das Land von ausländischen Rohstoffen unabhängig zu machen, wurde versucht das austretende Gas wirtschaftlich zu nutzen. Dafür wurde eine Fernleitung gebaut, um den flüssigen, gasförmigen Stoff über weite Strecken transportieren zu können. Das Vorhaben wurde jedoch bald wieder aufgegeben: Als die Leitung bereits gebaut wurde, schauten die Planer mit großer Enttäuschung auf die verfügbare Menge an Energie, die bei Weitem nicht ausreichen konnte, um ein größeres Gebiet dauerhaft zu versorgen.

Teuflische Flamme oder ewiges Licht? 

Heute ist die Austrittsstelle von einem kleinen Steinhaufen umgeben, der wie ein Miniaturkrater wirkt und den Eindruck eines winzigen Vulkans noch verstärkt. Der Monte Busca ist leicht erreichbar, da die Stelle nur wenige Meter von der Landstraße SP22 entfernt liegt und wird von vielen Wanderern sehr geschätzt. Besonders eindrucksvoll soll die Flamme in der Dämmerung oder bei Dunkelheit wirken.

Bemerkenswert ist auch, dass der Ort über Jahrhunderte eher mit dem Teuflischen als mit dem göttlichen Licht in Verbindung gebracht wurde. Selbst der Mönch und Inquisitor Leandro Alberti beschrieb den Ort bereits im Jahr 1577 als einen Platz, „wo die Erde schwer und schwarz ist“.

Eine alte lokale Legende der Bauern erzählt dagegen, dass das Feuer am Monte Busca sogar für den Erhalt des Lebens in der Umgebung stehe. Es heißt, dass ein Erlöschen der Flamme verheerende Folgen hätte. Das im Inneren des Berges angestaute Gas könnte explodieren oder ein schweres Erdbeben auslösen, das die umliegenden Dörfer zerstören würde.

So verbindet der Monte Busca ein spektakuläres Naturphänomen mit einer jahrhundertealten Geschichte. Ob das dauerhafte Licht nun für das ewige Leben steht oder auf eine teuflische unterirdische Natur hinweist, bleibt jedem selbst überlassen.

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