Propagandamaterial und Waffen sichergestellt

Terror-Verdacht im Trentino: 17-Jähriger wird festgenommen

Dienstag, 29. September 2026 | 17:35 Uhr

Von: Matthias Knapp

Trient – Die Antiterror-Polizei Digos aus Verona hat einen 17-Jährigen festgenommen, der im Trentino ansässig ist. Dem Jugendlichen wird der Besitz von terroristischem Material vorgeworfen.

Der Zugriff erfolgte im Rahmen einer durch die Staatsanwaltschaft Venedig angeordneten Hausdurchsuchung. Koordiniert wurde der Einsatz von spezialisierten Polizeikräften aus der Zentraldirektion in enger Zusammenarbeit mit Vertretern des Staatsschutzes aus Trient.

In seiner Wohnung wurden neben neonazistischen Flaggen auch Hieb- und Stichwaffen wie Katanas, Macheten und Messer, Armbrüste, Softair-Pistolen und -Gewehre sowie handgeschriebene Blätter mit Zeichnungen, Symbolen und Emblemen aus dem Umfeld der White-Supremacy-Ideologie sichergestellt.

Der Zugriff der Digos erfolgte am Freitag. Den Ermittlern war der Jugendliche in Chatrooms aufgefallen, in denen neonazistische Ideologie verherrlicht und die Vorherrschaft der weißen Rasse propagiert wurde.

Insgesamt 17 Personen waren ins Visier der Ermittler geraten, 14 davon sind minderjährig und drei bereits volljährig. Neben Rassismus wurden die Nutzer in den Chats auch zu Gewalt und Hass auf Juden sowie auf Vertreter der LGBTQ+-Community angestachelt.

Der 17-Jährige wurde bereits vom Ermittlungsrichter zur Haftprüfung angehört. Neben Textnachrichten mit extremistischer Propaganda sollen in den Chats auch Videos verbreitet worden sein, die Gewalt zeigen, aber auch die Anleitung zur Herstellung von Sprengkörpern enthalten. Einer der Beteiligten soll unter anderem Hitler verherrlicht und seine „Kameraden“ dazu aufgerufen haben, Moscheen in die Luft zu sprengen.

Die Ermittler versuchen derzeit herauszufinden, ob sich die Jugendlichen der Schwere ihrer Aussagen bewusst waren und vor allem ob die Bereitschaft da war, tatsächlich in Aktion zu treten. Die Beteiligten hatten in den Chatrooms nicht nur diskutiert, sondern auch Propagandamaterial wie Bilder und Manifeste, aber auch Unterlagen zu begangenen Anschlägen mit präzisen Beschreibungen der dabei verwendeten Waffen ausgetauscht. Durchsuchungen fanden in der Umgebung von Rom und Mailand sowie in den Provinzen Como, Catanzaro, Bologna, Reggio Emilia, Benevento, Genua, Udine, Palermo und eben im Trentino statt.

Ermittelt wird wegen Anstiftung zu Straftaten, wegen Propaganda sowie wegen Anstachelung zu Gewalt aus rassistischen, ethnischen und religiösen Gründen mit terroristischer Absicht.

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