Von: Matthias Knapp
Riva del Garda – Die Finanzpolizei von Trient hat im Zuge von Ermittlungen gegen Steuerhinterziehung im Tourismussektor im Norden des Gardasees fünf nicht gemeldete Gästeunterkünfte ausgeforscht. Der Betreiber soll auf diese Weise rund 300.000 Euro erwirtschaftet haben, ohne die Einkünfte zu versteuern.
Die Wohnungen, die sich auf zwei Stockwerken im selben Gebäude befinden, soll ein Privatmann ohne die dafür erforderlichen Genehmigungen vermietet haben. Außerdem hatte er kein Gewerbe angemeldet und verfügte über keine Mehrwertsteuernummer. Sämtliche Einnahmen wurden demnach am Fiskus vorbeigeschleust. Lediglich das Gebäude selbst gehörte dem Mann.
Die Dienststelle der Finanzpolizei von Riva del Garda war im Zuge einer präventiven Kontrolle gegen Geldwäsche auf den Fall aufmerksam geworden. Die Appartements in dem Gebäude, das sich in unmittelbarer Nähe des Zentrums von Riva befindet, wurden auch auf bekannten Online-Portalen wie Booking, Airbnb, Vrbo und Expedia als touristische Unterkünfte beworben.
Die Behörden stufen die Vermietung demnach nicht als private Vermögensverwaltung ein, sondern als gewerbliches Unternehmen. Grund dafür waren die dauerhaft hohen Buchungszahlen sowie die durchorganisierte Infrastruktur. Hinzu kommt ein baurechtlicher Verstoß: Die Wohnungen waren im Gebäude ohne jegliche Bau- oder Nutzungsgenehmigung eingerichtet worden.
Neben einer Steuernachzahlung wurde der Mann außerdem bei der Staatsanwaltschaft von Rovereto angezeigt, weil er die Personalien seiner Gäste nicht wie gesetzlich vorgeschrieben gemeldet hatte – ein Verstoß gegen das italienische Gesetz für öffentliche Sicherheit. Zudem entrichtete der Betreiber keinerlei Ortstaxe.




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