Von: Sophia Molitor
Palmoli – Es gibt emotionale Neuigkeiten zum Fall der bekannten „Waldfamilie“ in Italien. Nachdem das Jugendgericht den Eltern Catherine Birmingham und Nathan Trevallion im vergangenen Jahr die elterliche Verantwortung entzogen hatte, kämpft das Paar seither um die Rückkehr seiner drei Kinder. Hintergrund waren unter anderem die als problematisch bewerteten Wohnverhältnisse, die soziale Isolation der Kinder, Fragen zur schulischen Bildung sowie nicht vollständig durchgeführte medizinische Untersuchungen. Ein neu errichtetes, gesetzeskonformes Ökohaus sollte die Voraussetzungen für eine Rückkehr der Kinder verbessern. Nun wird eine schrittweise Zusammenführung der Familie realität.
Obwohl für das umweltfreundliche Haus inzwischen die Baugenehmigungen der Gemeinde Palmoli vorliegen, wird die Fertigstellung noch einige Zeit dauern. Um die rechtlichen Vorgaben und die Auflagen zum Schutz der Kinder dennoch kurzfristig erfüllen zu können, stellte die Gemeinde der Familie daher eine kostenlose Unterkunft zur Verfügung.
Am 22. September durften die Eltern ihre drei Kinder nach rund zehn Monaten Trennung erstmals in der neuen Unterkunft empfangen. Die Kinder wurden von den zuständigen Betreuern gebracht und verbrachten mehrere Stunden mit ihren Eltern. Nach Angaben ihres Anwalts Simone Pillon war es ein emotionales Wiedersehen: Die Kinder seien ihren Eltern voller Freude in die Arme gelaufen.
„Sie können es kaum erwarten, wieder Zeit mit ihrem Pferd, ihrem Esel, den Enten, Hühnern, Kaninchen und all den anderen Tieren auf dem Hof zu verbringen“, sagte Pillon.
Der Familienanwalt dankte den anwesenden Journalisten für ihre Zurückhaltung, da diese in einiger Entfernung vom Haus gewartet hatten. Zugleich würdigte er die Zusammenarbeit mit der Vormundin, der Betreuerin und dem Bürgermeister von Palmoli, die das Treffen ermöglicht hatten. Der Anwalt bezeichnete den Tag als „einen guten Anfang in die richtige Richtung“, merkte jedoch an, dass dieser Weg bereits früher hätte eingeschlagen werden können.
Sie erhoffen sich eine schnellere Rückführung der Kinder
Es handelt sich um den Beginn einer schrittweisen Rückkehr. Die Kinder leben noch nicht dauerhaft bei ihren Eltern. Zunächst sind begleitete Treffen vorgesehen. Ab Mitte Oktober – rund 30 Tage nach Beginn des Schuljahres – sollen laut Gerichtsbeschluss auch erste gemeinsame Wochenenden mit Übernachtungen möglich sein. Ziel der Familie und des Bürgermeisters bleibt die dauerhafte Rückkehr der Kinder nach Hause. Die weiteren Treffen werden jedoch nicht öffentlich gemacht, betont Pillon.
Auch juristisch ist der Fall noch nicht abgeschlossen. Für den 3. November 2026 ist eine wichtige Verhandlung vor dem Berufungsgericht in L’Aquila angesetzt. Dabei geht es um den Einspruch der Verteidigung gegen Teile der Entscheidung des Jugendgerichts.
Anwalt Pillon nannte drei Punkte, bei denen sich die Familie eine Änderung erhofft. Zum einen geht es um den Gesundheitszustand der Kinder, den die Verteidigung nach eigenen Angaben vorgetragen habe, der vom Jugendgericht jedoch nicht ausreichend berücksichtigt worden sei. Zum anderen fordert sie eine schnellere Rückführung der Kinder, wobei der schrittweise Ablauf grundsätzlich beibehalten werden soll. Als dritten Punkt nannte Pillon die Schulbildung: Die Eltern hätten eine Rückkehr in die öffentliche Schule von Palmoli zwar als Möglichkeit akzeptiert, wollten aber auch häuslichen Unterricht beziehungsweise Homeschooling als Option berücksichtigt wissen.




Aktuell sind 3 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen